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Lasagne Cavallo

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Lasagne Cavallo

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Der britische Pferdefleisch-Skandal überspringt die Landesgrenzen. Und zeigt unübersichtliche Verflechtungen der Nahrungsmittelbranche. Vor einigen Wochen war als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch in britischen Hamburgern entdeckt worden, jetzt in sogenannter Rindfleisch-Lasagne eines großen Herstellers – sie enthielt bis zu 100 Prozent Pferdefleisch.

Premierminister David Cameron versucht, den Skandal im Zaum zu halten:

“Wie gesagt, es gibt keinen Grund zu glauben, dass irgendwelche Tiefkühlkost im Angebot derzeit unsicher oder eine Gefahr für die Gesundheit ist. Hier geht es weniger um Sicherheit, es geht um Etikettierung, seriösen Einzelhandel, sachgerechte Information und, ehrlich gesagt, auch um Kunden, die im Stich gelassen werden.”

Zu spät.

Die schwedische Tiefkühlfirma Findus hat allein im Heimatmarkt 20.000 Produkte zurückgerufen und verweist auf den französischen Lieferanten Comigel.

Die Marktanalyse des britischen Metzgers Chris Godfrey:

“Nun, ich meine, das Problem liegt hier: Supermärkte drücken bei ihren Lieferanten dermaßen die Preise – wenn da noch bei jedem etwas hängenbleiben soll, müssen die Eingezwängten ihrerseits Druck machen. So wandert der Druck weiter durch die Nahrungskette. Bis einer Mist macht.”

Comigel beliefert seit Jahrzehnten Kunden in Skandinavien, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Zentraleuropa und –
Deutschland.

Pferdefleisch ist besonders mager und reich an Eisen. In den britischen Proben wird allerdings nach Medikamentenspuren gesucht.

Mit dpa, Reuters, AFP