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Meuterei in Mali?

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Meuterei in Mali?

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In Malis Hauptstadt Bamako haben Regierungssoldaten und Polizisten auf ein Lager von vermeintlich meuternden Fallschirmjägern geschossen. In dem Lager ehemaliger Putschisten, die den gestürzten Präsidenten Amadou Toumani Toure unterstützen, leben auch Frauen und Kinder.
Mindestens ein Mensch sei getötet worden. Das Blut könne man noch sehen, meinen Augenzeugen.
Zwei Frauen seien verletzt worden, weil sie einfach auf alles geschossen hätten.

Die Fallschirmjäger hätten gar keine Waffen mehr, hieß es aus Bamako. Sie würden auch nicht meutern, sondern seien gar nicht zum Kämpfen in den Norden geschickt worden.

In Gao sprengte sich inzwischen Malis erster Selbstmordattentäter auf einem Motorrad in die Luft. Der sechzehnjährige Tuareg sei auf der Stelle tot gewesen, sagte ein Militärsprecher. Experten rechnen in den kommenden Wochen mit einer Art Guerillakrieg, mit weiteren Bombenanschlägen auf malische und französische Truppen. Die islamistischen Rebellen wollten den offenen Kampf vermeiden und versuchten es jetzt mit selbstgebastelten Bomben. Wehrexperten in Paris vergleichen das bevorstehende Szenario in Mali mit Afghanistan oder dem Irak – auch wenn bisher nur vier Zivilisten und zwei malische Soldaten durch Minen getötet wurden.