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Tunesien trauert um Chokri Belaïd

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Tunesien trauert um Chokri Belaïd

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40.000 Menschen haben aus der Beerdigung des getöteten tunesischen Oppositionellen Chokri Belaïd eine Protestaktion gemacht. Sie folgten in Tunis seinem Sarg, der mit einer tunesischen Fahne geschmückt war.

Gleichzeitig legte ein Generalstreik das öffentliche Leben weitgehend lahm.

Suhail Mdimegh, ein Freund von Chokri Belaïd:

“Durch den Mord wurde er in den Herzen der Tunesier wiedergeboren. Wir sind alle Chokri Belaïd.”

Belaïd galt als einer der schärfsten Kritiker der regierenden islamistischen Ennahda-Partei. Er war am Mittwoch von Unbekannten erschossen worden.

Die Regierungspartei wies Vorwürfe zurück, sie habe etwas mit dem Anschlag zu tun.

Am Rand der Versammlung kam es zu Rangeleien und Plünderungsversuchen. 150 Menschen wurden festgenommen.

Basma Belaïd, Witwe von Chokri Belaïd,
ebenfalls Anwältin und Aktivistin der Volksfront:

“Chokri Belaïd ist nicht umsonst gestorben. Er opferte sich für sein Land. Wir haben ihn für Tunesien geopfert, und wir sind nicht traurig – im Gegenteil: Wir sind froh und stolz auf das tunesische Volk, das sich für Freiheit und seine Rechte erhoben hat.”

Belaïd wurde 48 Jahre alt.

Jamel Ezzedini, euronews:

“Beim feierlichen Begräbnis von Chokri Belaïd mischten sich Trauer und Wut. Der Trauerzug hat die Rückkehr von Repression und politischem Mord im Tunesien nach der Revolution verurteilt. Die wütende Menge drohte mit dem Sturz des – wie sie es nennen – Regimes der Muslimbruderschaft. Wenn nötig, mit Gewalt.”

Mit dpa, AFP, Reuters