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Adé, Papst a.D.

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Adé, Papst a.D.

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Es kam für die meisten überraschend: Dass Papst Benedikt XVI. sein Amt Ende des Monats aufgeben wollte, wussten offenbar nur engste Familienangehörige, wie sein Bruder Georg Ratzinger. 
 
Das 85-jährige Kirchenoberhaupt fühle sich zu erschöpft, um die Herausforderungen seines Amtes voll und ganz auszuüben, erklärte Federico Lombardi, der Sprecher des Vatikans. Die Ankündigung an diesem Montag habe auch das Kardinalskollegium überrascht.
 
Obwohl ein solcher Schritt selten vorkommt, ist er möglich und entspricht den Gesetzen der Kirche. Bedingung: Der Papst trifft die Entscheidung ohne Druck von außen und im Besitz seiner geistigen Kräfte. Auch die äußeren Umstände müssen stimmen: So dürfen gleichzeitig keine Skandale wie beispielsweise Missbrauchsfälle durch Priester die katholische Kirche erschüttern.
 
Es wird erwartet, dass sich der Papst nach Amtsende in einem Kloster des Vatikans zur Ruhe setzt und sich dort ganz dem Gebet widmet. Ein Kirchenamt wird er dann nicht mehr ausüben können. Auch am Konklave kann er sich dann nicht beteiligen.
 
Die Favoriten bei der Papstwahl stehen laut Buchmachern offenbar schon fest: Hoch im Kurs sind demnach Kardinal Peter Turkson aus Ghana, sein italienischer Amtskollege Angelo Scola und der Kanadier Marc Ouellet.
 
Das Kardinalskollegium soll seinen Nachfolger bis spätestens Ostern wählen. Und falls es sich nicht rechtzeitig einigen kann, bietet sich eine Maßnahme aus dem Mittelalter an: Ende des 13. Jahrhunderts gab es lange Zeit keine Mehrheit für einen Nachfolger Clemens IV. Daraufhin wurden die Kardinäle eingeschlossen. Als sie sich immer noch nicht einigen konnten, ließ die Stadtregierung nur noch Wasser und Brot in den Palast bringen und das Dach des Palastes abdecken – bis schließlich der spätere Papst Gregor X. gewählt wurde.
 

 

(Audio – Latin)





Source: Radio Vatican