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Das Pontifikat Benedikt XVI.

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Das Pontifikat Benedikt XVI.

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Am 19. April 2005, am späten Nachmittag, stieg der berühmte weiße Rauch auf, der der katholischen Christenheit die Wahl eines neuen Oberhauptes verkündet. 26 Stunden hatten die 115 Kardinäle gebraucht, um sich auf den 78jährigen Joseph Ratzinger zu einigen.
 
Im Vatikan kannte man ihn seit 1981 als strikt konservativen Präfekten der Glaubenskongregation. Nach dem Jubel kamen Probleme. Bei seinem ersten Deutschlandbesuch 2006, als er in Regensburg den byzantinischen Kaiser Manuel II. zitierte: “Sag mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat. Und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden.” Die Folgen sahen so aus –
Schmähkarrikaturen, emotionsgeladene Demonstrationen, Proteste von Muslimen in mannigfaltiger Form.
 
Trotz dieser Konflikte reiste der Papst zwei Monate später nach Istanbul. In eine Stadt, die einst als Konstantinopel ein Zentrum der Christenheit war, wo die beiden Weltreligionen sich historisch nahe sind. Für Benedikt den XVI. ein guter Ort, miteinander zu reden.
 
Mit Problemen wurde er auch in London  konfrontiert im September 2010. “Wir wollen jetzt Frauen”, schallte es ihm entgegen.
Denn anders als die sehr konservative katholische Kirche hat die anglikanische inzwischen Frauen und auch Homosexuelle als Priester akzeptiert.
 
Im Dezember 2009 sprach Benedikt XVI. Papst Pius XII. heilig. Auch eine umstrittene Entscheidung.
Pius XII. war Nuntius in Berlin gewesen, hatte den Aufstieg Hitlers aus der Nähe miterlebt, ehe er 1936 zum Papst gewählt wurde.
 
Kritiker werfen Pius XII. vor, zum Holocaust geschwiegen zu haben. Seine Verehrer argumentieren, er habe zumindest 1943 die Deportation von mehr als tausend italienischen Juden verhindert.
 
Als das Nazireich in Flammen stand wurde der 16-jährige Seminarist Joseph Ratzinger als Luftwaffenhelfer eingezogen. Wieviel hat der spätere Papst aus seinen und seines Landes Erfahrungen jener Zeit gelernt?
Die Frage wurde laut, als Papst Benedikt im Januar 2009 die Exkommunizierung des Holocaust-Leugners Richard Williamson aufhob. 
 
Obwohl Proteste auch aus Kirchenkreisen kamen, blieben alle bei ihren Positionen. Der Papst bei seiner Entscheidung, Williamson bei seiner Behauptung, kein Jude sei vergast worden. 
 
Nächstes Problem: sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen durch Priester. Was zu Zeiten seiner Vorgänger immer noch irgendwie kirchenintern geregelt werden konnte – unter dem Pontifikat von Benedikt XVI. wurde es öffentlich diskutiert. Der Papst sprach persönlich mit Opfern, bat um Vergebung.
 
Aber natürlich hatte auch der deutsche Papst seine großen Messen unter freiem Himmel. Benedikt der XVI. war und blieb konservativ. Kritik focht ihn nicht an. Ob in Angola, wo er sich gegen Kondome zum Schutz vor Aids aussprach oder in Lateinamerika, wo die Christianisierung der Urbevölkerung als von jener “unbewusst herbeigesehnt” bezeichnete.