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Die Mensch-Maschine

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Die Mensch-Maschine

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Ein Roboter mit künstlichen Organen, die ähnlich funktionieren wie die eines Menschen. In seinen Arterien fließt synthetisches Blut, das von einer bionischen Milz gereinigt wird, eine künstliche Bauchspeicheldrüse regelt den Blutzuckerspiegel.
Was wie ein alter Traum der Menschheit klingt, ist gerade im Wissenschaftsmuseum in London ausgestellt. Mehr als 600.000 Euro kostet Rex, der bionische Mensch.

Die Idee, Rex zu konstruieren, kam von einem britischen Fernsehsender. Er konnte Dr. Bertolt Meyer von der Universität Zürich für das Projekt gewinnen. Der junge Wissenschaftler ist ohne linke Hand geboren worden und trägt eine Prothese. Rex ist sein bionisches Abbild.

Meyer ist beeindruckt:
“Einer meiner persönlichen Favoriten ist das künstliche Blut, das durch diese Schläuche fließt. Es besteht aus Nanopartikeln, die Sauerstoff binden und freisetzen können – genauso wie echtes Blut. Das klingt wie Science Fiction, das hat mich sehr beeindruckt.
Die künstliche Leber ist nicht weit davon entfernt, eine echte Leber ersetzen zu können, ohne dass eine Transplantation nötig ist. Das bringt viele Vorteile. Ich kenne mich ziemlich gut mit prothetischen Gliedmaßen aus. Doch das, was hier im Hinblick auf künstliche Organe geschaffen wurde, das ist wirklich unglaublich.”

Die nötige Technologie sei zwar schon verfügbar, aber noch so teuer, dass nur wenige Krankenkassen diese Eingriffe finanzieren können.
Zwei Meter groß ist Rex, der bionisch vollständigste Mensch der Welt.
Hinter seinen tiefbraunen Augen sitzen Retinaimplantate, die Rex den Blick auf die neugierigen Menschenmassen eröffnen. Bis zum 11. März ist er noch in London ausgestellt.

Vor wenigen Jahren hat Matteo Bovmundt seine linke Hand verloren. Heute ist er der erste Däne, der eine der besten künstlichen Handprothesen trägt. Das Modell sieht einer echten Hand zum Verwechseln ähnlich. Die künstliche Hand wird von Elektroden gesteuert, die in der Nähe der Fingermuskeln eingesetzt sind. Sie bewegt sich fast wie eine echte.

Die neue Hand hat Matteo viele neue Möglichkeiten eröffnet: “Früher hab ich das nicht gemacht. Niemals. Mit einer Hand konnte ich das Klebeband nicht halten. Ich musste andere Leute fragen, mir zu helfen. Die Freiheit, die ich jetzt wiedererlangt habe… Die ist unbezahlbar.”

Matteo kann alle Finger seiner künstlichen Hand bewegen und auf sieben verschiedene Arten greifen. Er kann damit Wäscheklammern benutzen, wie er es mit seiner echten Hand auch machen würde.

Für Matteo hat mit seiner neuen Hand ein neues Leben begonnen: “Früher war es mir peinlich, mit meinen Freunden in einem Restaurant zu essen. Ich saß da und musste meinen Kumpel fragen: “Kannst du mir mal mein Steak kleinschneiden?” Das war wirklich sehr unangenehm.”