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Ein russischer Western für die Berlinale

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Ein russischer Western für die Berlinale

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Puristische Bilder, beeindruckende Landschaftsaufnahmen, untermalt vom Soundtrack der Natur. “A Long and Happy Life” heißt der russische Wettbewerbsbeitrag zur Berlinale.
Regisseur Boris Khlebnikov verfolgt die Tragödie seines Protagonisten wie in einem russischen Westernfilm.

“Das ist nicht einfach ein Remake, das ist viel mehr eine Betrachtung des Westernfilms “High Noon”. Ich habe versucht, den Film auf russische Art und Weise zu inszenieren und wollte herausfinden, wer der Feind und wer der Held sein könnte. Dann ist mir aufgefallen, das es in Russlands nichts absolut Böses oder Gutes gibt. Alles ist total vermischt.”

Auch Kameraman Pavel Kostomarov weiß über die Besonderheiten der russischen Mentalität bescheid:

“In Russland gibt es einen sehr berühmten Satz: Revolution oder Tod. Entweder steht der Niedergang und Tod einer Nation bevor, oder es wird einen Wandel des politischen Systems geben, der durch eine Revolution hervorgerufen wird. Ich kann nicht sagen, welcher Weg der realistischere ist, aber mir scheint, dass Russland näher vor dem Wandel steht als wir denken. Das hoffe ich zumindest.”

“A Long and Happy Life” ist ein existenzielles Menschheitsdrama das im ländlichen Russland angesiedelt ist.

Es scheint, als würde der Film mit seiner Thematik politische Ziele verfolgen. Im Endeffekt ist dieser Aspekt aber nur zweitrangig: Im Grunde genommen verfolgt der Regisseur lediglich die ausweglose Reise eines Mannes, der wahrscheinlich die falschen Entscheidungen trifft.