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Erzbischof von Lyon zu Erwartungen an neuen Papst

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Erzbischof von Lyon zu Erwartungen an neuen Papst

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Er ist Mitglied des Kardinalskollegiums und damit eine Art Berater des Papstes: Kardinal Philippe Barbarin, der Erzbischof von Lyon. Euronews traf ihn in der französischen Stadt und sprach mit ihm über den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. und 
Barbarins Erwartungen an dessen Nachfolger.
 
Kardinal Philippe Barbarin:
 
“Ich fühlte zunächst Erstaunen und dann Bewunderung, für dieses Tat, die von großer Freiheit zeugt. Benedikt XVI. hat immer sehr frei gehandelt in Bezug auf seine Mission. So wie er sein Amt führte, so hat er es auch niedergelegt.
 
Es zeugt auch von großer Bescheidenheit, oft klammern sich die Menschen an die Macht, während er nichts tat, um Papst zu werden. Und als er spürt, er hat nicht mehr die Kraft, sagt er: “Für mich ist es besser zu gehen”. Das ist ein schöner Zug und hilfreich.
 
Ich denke, er will der Nachwelt das hinterlassen, wofür er steht. Er ist ein großer Theologe, ein hervorragender Lehrer, er hat den Glauben sehr gut vermittelt.
 
Er hat den Menschen viel gegeben, mit seinen Verlautbarungen und seinen Predigten. Er besitzt eine große Flexibilität, nicht das Temperament von Johannes Paul II. Und auch nicht dessen Eingebungen, wie z.B. den Weltjugendtag. Aber Benedikt vertrat diese Ideen sehr gut.”
 
Euronews:
 
“Was denken Sie, welches Profil sollte der nächste Papst haben?”
 
Kardinal Philippe Barbarin:
 
“Ich hoffe, dass sein Nachfolger ein Heiliger ist und dann, dass er intelligent ist. Er sollte beständig sein, denn er ist der Nachfolger Petri, um den das ganze Gebäude errichtet wurde. Das Bauwerk muss stehen und deshalb ist es besser einen Stein zu haben, der solide ist.”
 
Euronews:
 
“Könnten Sie der Nachfolger Benedikts des XVI werden?”
 
Kardinal Philippe Barbarin:
 
“Es könnten sehr viele werden, denn wir haben nur wenige Wähler aber viele, die berechtigt sind. Wir können auch jemanden wählen, der kein Kardinal ist. Es ist eine seltsame Wahl: Sie findet in unregelmäßigen Abständen statt, es gibt keinen Wahlkampf, keine Kandidaten, nur wenige Stimmberechtigte und viele, die das Amt ausführen könnten. Es ist also unwahrscheinlich, dass ich es werde. Aber es gibt zehn, denen würde ich gern meine Stimme geben.”