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Missbrauchsopfer fordern: "Taten statt leerer Worte"

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Missbrauchsopfer fordern: "Taten statt leerer Worte"

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Viele Opfer katholischer Priester in Irland und den Vereinigten Staaten ziehen eine negative Bilanz des Pontifikats von Benedikt XVI. Der scheidende Papst habe nichts unternommen, um pädophile Priester oder die Hierarchie, die diese deckte, zu bestrafen.

Die USA waren in den letzten Jahren wiederholt von Missbrauchsskandalen erschüttert worden.

Der Vorsitzende des Opferverbandes SNAP David Lorenz bedauert, “der Papst hat sich bei den Iren entschuldigt. Er hat sich in den USA entschuldigt, ebenso in Australien, Deutschland und Spanien, für das, was dort vorgefallen ist. Aber es waren leere Worte, es folgten keine Taten. Ich befürchte, wir bekommen einen Papst, der bei diesem Thema genau so untätig und rigide ist, wie Benedikt es war.”

Dass alles beim alten bleibt, bestätigt sich für viele Opfer, seit bekannt wurde, dass der frühere Erzbischof von Los Angeles an der Papstwahl teilnehmen wird. Ein Kleriker, der viele pädophile Priester versetzt hatte, um sie vor Verfolgung zu schützen. Kardinal Mahony wurde darauf von seinen öffentlichen Pflichten entbunden.

“Falls ihm die Kirche erlaubt, an der Wahl teilzunehmen, dann sollten wir auf unsere oberste Kirchenleitung hören. Ich war eines der Missbrauchsopfer in unserer Pfarrei,” meint Fernando Montanez.

Nach einer US-Studie haben sich seit 1950 amerikanische 16.000 Missbrauchsopfer gemeldet. Mehr als 6000 Priester in den USA werden des Missbrauchs beschuldigt. 2,5 Milliarden Dollar wurden an Therapie- und Anwaltskosten ausgegeben.