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Arbeitslosigkeit in allen Generation

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Arbeitslosigkeit in allen Generation

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Die wohl schwerste Aufgabe für Italiens nächste Regierung wird der Umgang mit der Arbeitslosigkeit. Die Erwachsenen verlieren ihre Jobs, die jungen Leute finden erst gar keine Arbeit. Mehr dazu erfahren Sie jetzt bei euroews.

Salvatore spricht vier Sprachen. Er hat schon auf drei Kontinenten gearbeitet. In Ecuador besaß er ein italienisches Luxusrestaurant. Jetzt holt er sich seine Lebensmittel bei der Armenspeisung ab.

Heute kommt die Hilfe von der Caritas. Nur so kann er seine Frau und seinen 20 Monate alte Sohn durchbringen. Salvatore zeigt seine karierte Plastiktasche von der Art, wie sie auch Obdachlose für ihre Habseligkeiten nutzen, und sagt: “Hier habe ich unsere ´Überlebensration´ für den nächsten Monat. Das Wichtigste von allem dabei ist die Kindernahrung.”

Salvatore ist einer unter den etwa 2,9 Millionen Arbeitslosen in Italien. Laut Statistik vom Dezember 2012 ist die Arbeitslosenrate in einem Jahr um 1,8 Prozent gestiegen. Die Experten beobachten mit größter Sorge, dass es alle Generationen trifft, weshalb traditionelle soziale Netze reißen werden. Dazu sagt der Soziologe Ian Ross Macmillan von der Bocconi-Universität in Mailand: “Für Länder, in denen traditionell die Familie das soziale Netz darstellt, wird es besonders schwierig, wenn auch die Generation der Eltern arbeitslos wird. Dann können die sozialen Netze reißen.”

Salvatore gehört zu den Opfern des Zusammenbruchs der Bank “Lehman Brothers”. Dort hatte er alle seine Rücklagen angelegt – sicher, wie er dummerweise glaubte. Als sein Restaurant in Ecuador pleite war, kam er nach Mailand zurück.

Aber auch hier holte ihn die Krise ein. Heute findet er trotz seiner großen Erfahrung keine Arbeit. Was er bei der Arbeitssuche schon erlebt hat, fasst er in die Worte: “Einige Male bekam ich zur Antwort, ich sei zu alt. Ich habe mehr als 20 Jahre Berufserfahrung. Damit bin ich zu teuer, wenn mir jemand korrekt den meiner Leistung entsprechenden Lohn zahlen müsste.”

Heute wäre mehr denn je das soziale Netz von Nöten, das in Italien traditionell der Familienzusammenhalt knüpft. Denn besonders hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit.

Der Durchschnitt der Euro-Zone bei der Arbeitslosigkeit der bis zu 25jährigen liegt bei 24 Prozent. In Italien bewegt sich dieser Wert schon um die 37 Prozent. “Hotel Mama” ist kein Luxus mehr sondern überlebensnotwendig. Zu viele Jugendliche und junge Erwachsene kommen nicht mehr aus eigener Kraft über den Monat.

Der Soziologe Arnstein Aassve von der Bocconi-Universität in Mailand spricht schon von einer “ökonomischen und sozialen Katastrophe”, deren Langzeitwirkung noch gar nicht abzuschätzen ist.

Er führt aus: “ Diese jungen Leute haben gar keine Chance, im gleichen Alter wie einst ihre Eltern wirtschaftlich unabhängig zu werden, auf eigenen Beinen zu stehen. Alles verschiebt sich für sie nach hinten, auf unabsehbare Zeit. Sachen wie Festanstellung, ein Haus kaufen, eine Familie gründen, Kinder haben…” Der Wissenschaftler sagt eine massive Auswanderungsbewegung in Richtung reiche Länder voraus. Zwischen den Regionen Italiens erlebt man das schon heute. Italien hat ein starkes Wohlstandsgefälle von Nord nach Süd.

Die Region Kampanien mit der Hauptstadt Neapel hält den Rekord bei der Jugendarbeitslosigkeit: 44 Prozent! Das ist doppelt so viel wie in der wirtschaftlich starken Lombardei mit der Hauptstadt Mailand. Und wenn hier im Süden jemand mit einen guten Universitätsdiplom doch einen Job findet, dann bekommt er rund 17 Prozent weniger Lohn, als in Mailand gezahl wird. Raffalella hat an der Universität “Federico II.” in Neapel ihr Diplom in Mathematik gemacht. Was dann folgte, beschreibt sie so: “Zuerst habe ich sieben Monate an einer Privatschule gearbeitet, für 600 Euro im Monat.

Mir blieb keine Wahl, weil ich mit einer Bewerbung für eine öffentliche Schule gar keine Chance hatte. Die entsprechen Ausschreibungen für öffentliche Schulen galten für Absolventen des Jahrganges 2002!”. 19 Prozent der Hochschulabsolventen haben ein Jahr nach ihrem Abschluß immer noch keinen Job. Dieser Anteil hat sich seit 2007 verdoppelt.

Putzfrau mit Diplom ist hier die bittere Realität.

Roberta, die ebenso wie Raffaella Mathematik studiert hat, muss jede Arbeit annehmen. Dabei hat sie Prädikatsexamen vorzuweisen. Roberta sagt: “ Mein Mathematik-Diplom habe ich mit ´summa cum laude´gemacht. Besser geht es nicht.

Trotzdem habe ich mich zwei Jahre lang nur mit Hilfsarbeiterjobs über Wasser gehalten.” Auf ganz Italien bezogen sagen die dortigen “Wirtschaftsweisen” für die nächsten Jahre einen etwas höheren Bedarf an Universitätsabsolventen voraus. Darauf setzen die beiden jungen Mathematikerinnen ihre ganze Hoffnung. Man möchte ihnen wünschen, dass sie sich damit nicht verrechnen!