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Pferde-Lasagne - jetzt auch in Deutschland

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Pferde-Lasagne - jetzt auch in Deutschland

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Nach dem Skandal um falsch deklariertes Fleisch plant die EU-Kommission DNA-Tests für verarbeitetes Rindfleisch. Die ersten 2500 Gentests könnten danach schon im März stattfinden, etwa 200 davon in Deutschland.

Nach Pferdefleisch-Funden in Großbritannien und Frankreich hatte am Mittwoch auch die Supermarktkette Real, eine Metro-Tochter, verdächtige Tiefkühl-Lasagne zurückgerufen.

In Brüssel trafen sich Umwelt- und Landwirtschaftsminister bisher betroffener Staaten zu einer Krisensitzung.

Simon Coveney, irischer Landwirtschaftsminister:

“Dies ist ein EU-weites Problem, das eine EU-weite Lösung braucht. Und weil die Verantwortung für eine bessere Rückverfolgbarkeit, für die Kennzeichnung, für den Verbraucherschutz in der Lebensmittel-Lieferkette primär bei den einzelnen Mitgliedstaaten liegt, ergibt sich auch eine Koordinationsaufgabe für die Kommission.”

In Deutschland stehen laut dpa fünf weitere Unternehmen mit meist bundesweitem Filialnetz auf der Prüfliste der Lebensmittelbehörden. Verschiedene deutsche Supermarkt-Ketten haben unter anderem Lasagne aus den Regalen entfernt, weil sie vom französischen Unternehmen Comigel beliefert wurden. Laut SPIEGEL ONLINE wurden bei REAL-Märkten in Nordrhein-Westfalen in tiefgekühlter Lasagne Spuren von Pferdefleisch entdeckt. Das Unternehmen hatte die Produkte aber bereits am Freitag vorsichtshalber aus den Läden entfertn.

Über den Gentest-Vorschlag der EU-Kommission entscheiden Experten aus allen 27 EU-Staaten am Freitag.

Wissentlich verspeisen die Europäer nach Angaben der EU-Kommission jährlich 110 000 Tonnen Pferd, 70 000 Tonnen davon aus heimischer Zucht. Innerhalb Europas komme das meiste für den menschlichen Konsum gedachte Pferdefleisch aus Italien, Polen und Rumänien.