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"Harmony Lessons", ein Goldener-Bären-Anwärter aus Kasachstan

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"Harmony Lessons", ein Goldener-Bären-Anwärter aus Kasachstan

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Zum ersten Mal läuft ein kasachischer Beitrag im offiziellen Wettbewerb der Berlinale. “Harmony Lessons” heißt der Streifen und feierte in Berlin Weltpremiere. Um so verständlicher war die Freude des erst 28-jährigen Filmemachers Emir Baigazin auf dem roten Teppich. “Harmony Lessons” ist sein Regie-Debüt.
Kein Film für zarte Seelen, er handelt von einem 13-jährigen Jungen, der von seinen Mitschülern gemobbt und erpresst wird. Der Außenseiter reagiert sich in sadistischen Quälereien an Tieren ab und entspinnt Racheszenarien. Als ein anderer Schüler zu Tode kommt, wird der Junge zum Folterobjekt der Behörden.
Im Film sind vor allem Laiendarsteller zu sehen. Regisseur Emir Baigazin, selbst ausgebildeter Theaterschauspieler, über die Schwierigkeiten beim Dreh.
“Ich musste die richtige Balance finden zwischen dem natürlichen Bedürfnis der Jugendlichen nach freiem Spiel und der für einen Dreh notwendigen Disziplin. Man musste ihnen immer wieder erklären, warum es wichtig ist, sich an die Vorgaben zu halten. Sie hatten Freiheit, konnten improvisieren, aber nur bis zu einem gewissen Punkt.”

Gedreht und produziert wurde der Streifen mit Unterstützung des staatlichen Kazakhfilm Studios, erklärt dessen Leiter Yermek Amanshayev. “In Kasachstan erscheinen 12 bis 14 Filme pro Jahr, 10 werden von Kazakhfilm produziert. Wir sind die staatliche Filmeinrichtung des Landes und arbeiten mit vielen privaten Studios zusammen. Aber wir sind das einzige Förderungssystem.”

Das Drehbuch stammt ebenfalls von Emir Baigazin, basierend auf Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit. “Harmony Lessons” ist eine bedrückende Auseinandersetzung mit der Notwendigkeit von Gewalt.