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"Pferde-Wahn": Kontrolleure werden immer öfter fündig in Europas Supermärkten

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"Pferde-Wahn": Kontrolleure werden immer öfter fündig in Europas Supermärkten

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Mit Ausweitung der Kontrollen tauchen immer neue falsch deklarierte Pferdefleisch-Produkte in Europa auf. Hersteller nehmen massenhaft Ware aus den Regalen und versuchen, den Schwarzen Peter weiterzugeben. Die EU vereinbarte am Freitag, europaweit mit Gentests nach falsch ausgezeichneten Fleisch zu fahnden. Die EU-Kommission übernimmt einen Teil der Kosten. Die Analysen sollen bis spätestens Ende März abgeschlossen sein.

Bislang haben die französischen Behörden eine Lieferkette über fünf Länder identifiziert – Rumänien, Zypern, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande. Über das Unternehmen Comigel, das vom französischen Fleischverarbeiter Spanghero beliefert wurde, gingen mehr als 4,5 Millionen Rindfleisch-Fertiggerichte mit Pferdeanteil an insgesamt 13 Länder – nach bisherigem Erkenntnisstand.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben unter anderem Lidl, Aldi und Real Produkte aus dem Verkehr gezogen, nach Lasagne und Rindergulasch kamen nun auch Tortelloni mit Pferdefleisch ans Licht. In Irland fanden die Kontrolleure falsch deklarierte Rindfleischgerichte in Krankenhauskantinen, in England waren Schulkantinen betroffen.

Bei dem Skandal geht es nicht um Gesundheitsgefährdung, sondern vor allem um die Sicherheit der Lebensmittelkette – das Vertrauen in die Etikettierung der Fertiggerichte steht auf dem Spiel.

Die EU lässt bei ihren Gentests allerdings auch nach Rückständen des entzündungshemmenden Medikaments Phenylbutazon suchen. Dies ist bei Tieren für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen.