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Das Pleite-bedrohte Zypern wählt neuen Präsidenten

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Das Pleite-bedrohte Zypern wählt neuen Präsidenten

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Rund eine halbe Million Zyprioten sind an diesem Sonntag dazu aufgerufen, einen neuen Staatspräsidenten zu wählen.

Die Wahlkampagne drehte sich dieses Mal nicht um die Wiedervereinigung mit dem türkischen Norden der Insel sondern um die Wirtschaftskrise. Die finanziell schwer angeschlagene Inselrepublik kämpft ums Überleben. Das Geld in den Staatskassen reicht nach Angaben der Regierung nur noch bis Ende März und Zypern ist dringend auf Hilfen von der Europäischen Union angewiesen.

Viele Zyprioten machen sich Sorgen: “Ich erkenne Zypern nicht wieder. Doch ich hoffe auf eine bessere Zukunft, nicht für uns, sondern für unsere Kinder.” Ein anderer Passant sagte: “Die Preise sind in die Höhe geschossen. Die Löhne sind niedriger. Die wirtschaftliche Lage ist wirklich schlecht und vielen Menschen jagt das große Angst ein.”

Als großer Favorit gilt der konservative Politiker Nikos Anastasiades. Umfragen zufolge könnte er in der ersten Runde auf mehr als 40 Prozent der Stimmen kommen. Der 66 Jahre alte, pro-europäische Politiker will für Zypern einen
“Neustart”.

Der linke Politiker Stavros Malas und der Vertreter der politischen Mitte, Giorgos Lillikas, liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Einzug in eine mögliche Stichwahl.

Unser Korrespondent Stamatis Giannisis fasst zusammen: “Zum ersten Mal seit der Teilung der Insel 1974 stellen die wirtschaftlichen Probleme die politischen Fragen in den Schatten. Den Zyprioten steht eine unsichere Zeit mit schweren Finanzturbulenzen bevor.”