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"Es geht ums Überleben": Zypern wählt neuen Präsidenten

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"Es geht ums Überleben": Zypern wählt neuen Präsidenten

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In Zypern wird an diesem Sonntag ein neuer Präsident gewählt. Der Favorit, der 66-jährige Konservative Nikos Anastasiades, erklärte nach der Stimmabgabe, es gehe bei dieser Wahl “ums Überleben” des Inselstaates – das Geld in den Staatskassen reicht laut Regierung noch bis Ende März.

Anastasiades, Chef der größten Oppositionspartei, kann laut Umfragen mit gut vierzig Prozent der Stimmen rechnen. Angesichts des drohenden Staatsbankrotts schwor er noch an der Urne seine Landsleute auf striktes Sparen ein.

Um Platz zwei für die Stichwahl in einer Woche konkurrieren, deutlich hinter Anastasiades, der linke Politiker Stavros Malas und der Mann der politischen Mitte, Giorgos Lillikas. Er ist gegen einen harten Sparkurs als Ausweg aus der Krise.

Zypern wurde besonders von Griechenlands Schieflage in Mitleidenschaft gezogen. “Die Leute erwarten von dieser Wahl eine Rettung aus der schwierigen Lage, in der wir uns befinden – dass die Wirtschaft sich wieder entwickelt und dass man hoffentlich eine machbare Lösung für die Teilung der Insel findet”, fasst ein Zyprer am Wahllokal zusammen.

Statt der faktischen Teilung stand diesmal die Finanzkrise im Vordergrund. Zypern verhandelt mit IWF und EU über Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds und braucht nach eigenen Angaben 17 Milliarden Euro. Sparmaßnahmen wurden bereits beschlossen, doch mit Privatisierungen tat sich der scheidende Präsident schwer, und außerdem steht Zypern wegen zu laschen Vorgehens gegen Geldwäsche in der Kritik.

Unser Reporter in Nikosia schlussfolgert: “Wer auch immer zum Präsidenten gewählt wird, muss als allererstes die EU-Partner überzeugen, dass Zypern auch all seine Zusagen einhält, die es für einen Rettungsplan macht. Und der Präsident wird außerdem die zyprische Bevölkerung überzeugen müssen, dass ihre Opfer nicht umsonst sind.”