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UN-Gesandter besorgt über Menschenrechtslage in Myanmar

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UN-Gesandter besorgt über Menschenrechtslage in Myanmar

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Trotz der Reformfortschritte in Myanmar, dem einstigen Birma, gibt es dort weiter Menschenrechtsverletzungen, warnt der zuständige UN-Sondergesandte Tomas Ojea Quintana. Bei einem Besuch in Flüchtlingslagern und Gefängnissen im Kachin-Staat in Norden des Landes stellte er Übergriffe gegen mutmaßliche Rebellen in den Gefängnissen fest. Trotz Waffenstillstands schwelt in Kachin der Konflikt zwischen Regierung und Unabhängigkeitskämpfern, im vergangenen Jahr eskalierte er mit Luftangriffen des Militärs.

“Ich bin besorgt über die anhaltende Praxis willkürlicher Festnahmen und Folterungen bei Verhören mutmaßlicher Mitglieder der Kachin-Unabhängigkeitsbewegung durch das Militär”, erklärte Quintana bei einer Pressekonferenz am Flughafen von Rangun nach seiner fünftägigen Mission.

Sorgen bereitet ihm auch die Lage der muslimischen Rohingya-Minderheit im Rakhaing-Staat, einer anderen Verwaltungseinheit von Myanmar. Dort mangele es an medizinischer Versorgung in den Flüchtlingslagern, weil internationale wie örtliche Helfer von Buddhisten bedroht würden. Zwischen Buddhisten und Rohingya hatte es im letzten Jahr tödliche Kämpfe gegeben. Myanmar betrachtet die Rohingya als illegale Flüchtlinge aus Bangladesch, sie sind faktisch staaten- und schutzlos.