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Berlusconi ist wieder da!

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Berlusconi ist wieder da!

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Unermüdlich, auch mit 76! Silvio Berlusconi will einfach nicht von der Macht lassen. Jedenfalls möchte er die Technokratenregierung Monti gern als ein “mißlungenes Intermezzo” zwischen vielen Berlusconi-Regierungen dastehen lassen. Sein wichtigstes Wahlkampfversprechen klingt so:
“ Ich werde einen großen letzten Wahlkampf kämpfen, um Italien zu helfen, die düsteren Aussichten hinter sich zu lassen, die diese “technischen Steuereintreiber” dem Land aufgezwungen haben. Bei unserer ersten Regierungssitzung werden wir entscheiden, den italienischen Familien jene Steuern zurück zu erstatten, die sie 2012 auf ihr erstes Haus zahlen mussten. Als Ausgleich für die schrecklichn Steuern, zu denen sie gezwungen wurden.”
Wahlkampf ist nun mal die Zeit der vollmundigen Versprechen, die schnell vergessen sind.
Erinnert sich noch jemand daran, dass dieser Berlusconi im November 2011 schwor, er würde nie wieder antreten? Jetzt ist er mit seiner Partei “Il popolo della liberta” zu deutsch: “Das Volk der Freiheit” wieder da. Erinnert sich noch jemand an seine Niederlage im August 2011 – verursacht von Verrätern, wie er es nannte. Als er schließlich das Glöckchen des Regierungschefs an den Wirtschaftsprofessor und langjährigen EU-Kommissar Mario Monti übergeben musste?
Als ihm bei der Abfahrt hinterhergerufen wurde :” a casa” – “geh nach Hause”. Als er von Demonstranten auf der Straße ausgepfiffen wurde.
Es klang schon sehr wehleidig, zumal für diesen sich immer als Super-Macho gebenden Politiker, ihn sagen zu hören: “Erlaubt mir zu sagen, dass es schon sehr schmerzlich war, zu erleben, dass mache Leute bei einem Akt von so hoher Verantwortlichkeit, ich möchte sogar hinzufügen: Selbstlosigkeit, wie es mein Rücktritt darstellt, mich mit Pfiffen und Beschimpfungen zu empfangen.”
Mit dem jüngsten Prozeß, bei dem es um Sex und Minderjährige ging, dachten wirklich die meisten – das war´s nun wirklich. Selbst für Berlusconi.
Auf die euronews-Frage, ob er mit Bedauern an seine Regierungszeit denke, oder ob er noch mehr vorhabe, kam die Antwort:” “Nein. Ich denke, ich habe keinen Fehler gemacht.”
euronews: “Überhaupt keine Selbstkritik?”
Berlusconi: “Nicht im geringsten. Ich habe hervorragende Arbeit geleistet, besser als jeder, der das das vor mit gemacht hat. Trotz aller Schwierigkeiten. Ich habe Bewundernswertes geleistet.”
Mit dieser Haltung geht er dann in den nächsten Wahlkampf – uns wird umjubelt. Seit 1994 geht das nun schon so. Der wohl reichste Mann Italiens bestimmt die Politik, lässt Gesetze auf seine Bedürfnisse zuschneiden. Wann immer er kurzfristig gehen musste, kam er bald darauf gestärkt zurück.
2006 verlor eine eine Wahl. Aber weil seine Gegner so zerstritten waren, kam er zwei Jahre später wieder an die Macht. 2008 mit Gianfranco Fini von der “Alleanza nazionale” und Umberto Bossi von der “Lega nord”. Wieder eine Vereidigung, auch wenn bald darauf Streit gab mit den Verbündeten
Aber das war im italienischen Parlament schon immer so, schließlich halten die Italiener den Weltrekord im Wechseln von Parlamenten und Regierungen. Auch wenn Berlusconi weiterhin den italienischen Rekord bei der Anzahl von Skandalen und Prozessen hält – es kann eben keiner so schön den Leuten das Blaue vom Himmel herunter versprechen wie er. Darum singen ihm seine Anhänger eine eigene Hymne mit dem Refrain: “meno male che Slivio c´e” – “…wie gut, dass es Silvio gibt.”
Eine typische Berlusconi-Antwort auf die Forderung “Geh nach Hause” klinngt so: “Einige sagen ´geh nach Hause, Berlusconi´ – aber sie sagen nicht in welches Haus, ich habe 20 Häuser.”
In Europa stieß es schon so manchem bitter auf, als über den Hitler-Verbündeten Mussolini sagte:
Natürlich seien dessen Rassengesetze eine Verfehlung gewesen, aber sonst habe er viel Gutes getan, so Berlusconi bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus in Mailand. Italien trage nicht dieselbe Verantwortung wie Deutschland. Italien sei sich zunächst dessen nicht wirklich bewusst gewesen, was sich da unter Hitler in Deutschland ereignete.
Dies sind die Bilder von seinem vorläufig letzten Auftritt bei einem EU-Gipfel im Oktober 2011.
Auch wenn seine Partei bei den Umfragen im Januar 2013 nur 15 % bekam – Berlusconi gewinnt gewöhnlich wegen der Zerstrittenheit seiner Gegner.
Und an deren Streit hat sich auch für diese Wahl nichts geändert.