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Timbuktu: Kulturschätze im Reissack

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Timbuktu: Kulturschätze im Reissack

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Während der Kämpfe in Mali haben Islamisten historische Stätten zerstört. Die UNESCO schätzt den Schaden auf bis zu 400 Millionen Euro. Eine Schadensbilanz: Timbuktu zählt zu den am stärksten bedrohten Stätten des Weltkulturerbes. Hier mussten die Bewohner ohnmächtig zusehen, wie zum Teil 600 Jahre alte Moscheen und Mausoleen verwüstet wurden.

Hassiny, ein Mitarbeiter des von der UNESCO gesponsorten Ahmed Baba Instituts:

“Ich wurde dermaßen bedroht, dass ich meinen Chef anrief, um ihm zu sagen: Wir brauchen eine Lösung, die Manuskripte müssen weg von hier. Also hat er Geld geschickt, um Reissäcke zu kaufen. Da habe ich die habe die Manuskripte reingepackt.”

95 Prozent der historischen Schriften seien in Sicherheit, so die UNESCO.

Laut Samuel Sidibe, Direktor der Museen Malis, konnte nur ein Teil der Manuskripte durch Tricks gerettet oder in die Hauptstadt Bamako gebracht werden. Aus Angst oder Not sei ein schwunghafter Handel mit afrikanischen Antiquitäten entstanden.

Timbuktu war vom 13. bis zum 16. Jahrhundert ein blühendes Handelszentrum. 45.000 handgeschriebene antike arabische Manuskripte belegen ein reiches intellektuelles Leben.

Mit Reuters