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Italien wählt, Europa zittert

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Italien wählt, Europa zittert

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Italien steht vor einer ungewissen Zukunft – und Europa zittert mit, wenn die Italiener am Sonntag und Montag ein neues Parlament wählen.

Pier Luigi Bersani, der Chef der Demokratischen Partei, lag mit seinem Mitte-Links-Bündnis in den Umfragen lange Zeit klar vorne.

Zuletzt war Silvio Berlusconi mit seinen Verbündeten allerdings bis auf ein paar Prozentpunkte herangekommen.

Das Lager um den zurückgetretenen Übergangspremier Mario Monti kommt dagegen nur auf etwa 15 Prozent der Stimmen.

Alessandro Barbano ist Chefredakteur der Tageszeitung Il Mattino und befürchtet, dass die Zahl der Nichtwähler weiter steigen wird. Er hält dies für einen Protest gegen die etablierten Parteien. Zugleich würden vor allem populistische und anti-europäische Bewegungen regen Zulauf bekommen. Auch Ex-Regierungschef Berlusconi fischt in diesen Gewässern und punktet mit gewagten Wahlversprechen.

Auf der Protestwelle reitet aber auch der Komiker Beppo Grillo, der mit seiner “5-Sterne-Bewegung” und einer “Tsunami-Tour” zahlreiche Anhänger gewonnen hat. Er liegt in den Umfragen noch vor Monti auf Rang 3 und könnte zum eigentlichen Wahlsieger werden.

Monti mit Bersani – das ist die Konstellation, die sich viele Politiker in Europa offenbar am besten vorstellen können, damit Italien seinen Refomweg weitergehen kann. Im schlimmsten Fall allerdings gibt es keine stabilen Mehrheiten – und dann drohen schon bald wieder Neuwahlen….