Eilmeldung

Eilmeldung

Stichwahl auf Zypern im Zeichen des Staatsbankrotts

Sie lesen gerade:

Stichwahl auf Zypern im Zeichen des Staatsbankrotts

Schriftgrösse Aa Aa

Vor dem Hintergrund eines drohenden Staatsbankrotts wählen die Zyprer heute bei einer Stichwahl einen neuen Präsidenten. Viel Zeit hat der Sieger der Abstimmung nicht: Die Mittelmeerinsel hat nur noch Geld bis Ende März. Schafft Zypern es nicht, seine Finanzprobleme in den Griff zu bekommen, könnte es gezwungen sein, als erster EU-Staat die Eurozone zu verlassen.

Als großer Favorit auf das Präsidentenamt gilt der konservative Politiker Nikos Anastasiades. Der 66-Jährige hatte in der ersten Wahl-Runde vor einer Woche mit 45,5 Prozent der Stimmen klar die Nase vorn.

Anastasiades tritt gegen den linken Kandidaten Stavros Malas an. Er hatte sich mit knapp 27 Prozent als Zweitplatzierter
überraschend für die Stichwahl qualifiziert. Malas ist gegen Privatisierungen und die Verschlankung des Staates.

Zypern braucht dringend 17,5 Milliarden Euro, um seine Staatsfinanzen und Banken zu stabilisieren. Ein europäisches Rettungspaket für die Insel ist jedoch umstritten. Dabei spielt auch der Verdacht eine Rolle, dass russische Anleger bei zyprischen Banken Geld waschen. Die Entscheidung über eine EU-Hilfe soll erst in den nächsten Wochen fallen.