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Racheschwüre nach Tod eines Häftlings im Westjordanland

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Racheschwüre nach Tod eines Häftlings im Westjordanland

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Rache für einen toten Häftling hat der bewaffnete Flügel der Fatah-Bewegung im Westjordanland geschworen. Bei der Beerdigung von Arafat Dscharadat verteilten Militante der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden Flugblätter, in denen Israel mit Vergeltung gedroht wird – der 30-jährige, der Steine auf israelische Zivilisten geworfen haben soll, sei gefoltert worden.

Woran Dscharadat genau gestorben ist, wird noch untersucht.

Nour Odeh, Sprecherin der Palästinenserbehörde:

“Die Spannungen in den besetzten Gebieten des Staates Palästina nehmen zu, leider, wegen der Besatzungspraxis. Die palästinensische Bevölkerung wird auch immer häufiger von Siedlern angegriffen.”

Mark Regev, Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten:

“Israel erwartet, dass die Palästinensische Autonomiebehörde verantwortungsvoll handelt und Polemik und Gewalt verhindert – sie können die aktuelle Situation nur verschärfen. Und es ist höchste Zeit, dass die Palästinensische Autonomiebehörde ihren Boykott der Friedensgespräche beendet und an den Verhandlungstisch kommt.”

Dscharadat war am Samstag in dem Gefängnis von Megiddo im Norden Israels gestorben – an Herzversagen, so die israelischen Behörden unmittelbar danach. An den Folgen “extremer Folter”, so Saber Alul, Chef-Pathologe der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah nach einer Autopsie.

Der Tod des Vaters von zwei Kindern, dessen Frau schwanger ist,
verschärfte die Spannungen im Westjordanland weiter. Hunderte
Palästinenser bewarfen israelische Sicherheitskräfte mit Steinen – in
Hebron und vor allem in der nahe gelegenen Stadt Sair, aus der
Dscharadat stammte.

Mit Reuters, AFP, dpa