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Italien: Katerstimmung nach dem Stimmenzählen

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Italien: Katerstimmung nach dem Stimmenzählen

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In Italien hat der Protest gegen den harten Reformkurs die Wahl gewonnen. Jetzt fürchten Beobachter eine Hängepartie. Zwar hat das Mitte-Links-Bündnis um die Demokratische Partei von Pier Luigi Bersani eine denkbar knappe Mehrheit im Abgeordnetenhaus.

Doch die zweite Kammer, der Senat, ist gleichberechtigt.

Und hier haben der Komiker Beppe Grillo und der Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi zusammen mehr als 50 Prozent. Aber wer wählt jetzt einen Ministerpräsidenten, wer sorgt für eine funktionsfähige Regierung?

In Zahlen – das Parlament, Sieger Mitte-Links-Bersani:

Mitte-Links-Bündnis, Demokratische Partei (Pier-Luigi Bersani: 340 Sitze
Konservatives Bündnis (Silvio Berlusconi): 124 Sitze
Fünf-Sterne-Bewegung (Beppe Grillo): 108 Sitze
Bündnis der Mitte (Mario Monti): 45 Sitze
Andere: 13 Sitze

Und der Senat:.

Konservatives Bündnis (Silvio Berlusconi): 116 Sitze
Mitte-Links-Bündnis, Demokratische Partei (Pier-Luigi Bersani: 113 Sitze
Fünf-Sterne-Bewegung (Beppe Grillo): 54 Sitze
Bündnis der Mitte (Mario Monti): 18 Sitze
Andere: 1 Sitz

Hier liegt Berlusconis konservatives Bündnis vorn. Er hat dem blockierten Erz-Konkurrenten Bersani eine Art “große Koalition” angetragen.

Der politische Beobachter James Walston, Professor für Politikwissenschaft an der Amerikanischen Universität in Rom:

“Dies ist eine begrenzte Katastrophe. Es wird etwas vorangehen. Sie müssen einfach. Präsident Giorgio Napolitano und die Leute, die gewonnen haben, oder fast. Sie müssen am Ende zu irgendeiner Art Deal kommen. Aber wir haben ein paar schmerzhafte Monate vor uns, vermutlich, bevor eine neue Stabilität erreicht ist. Mal angenommen, es kommt dazu.”

Mit dpa