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"Naître Père": Schwule Väter auf dem Weg zum Babyglück

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"Naître Père": Schwule Väter auf dem Weg zum Babyglück

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“Naître Père” ist ein französischer Dokumentarfilm über Jerôme und François, ein homosexuelles Paar, das sich eine Leihmutter aus den USA sucht, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

François: “Ich möchte nur Vater sein und Kinder groß ziehen. Das ist doch nichts UngewöhnIiches.”

Delphine Lanson, Regisseurin:

“Ich habe diesen Film gemacht, als ich gerade selbst Mutter wurde. Ich habe einen kleinen Jungen, der jetzt vier Jahre als ist. Die Geschichte von Jerôme und François hat mich sehr berührt. Zwei Männer, die sich so sehr ein Kind wünschten. Dem wollte ich auf den Grund gehen. Die Gefühle der Leihmutter haben mich interessiert. Wie ging das organisatorisch? Die Bandbreite an Emotionen dieser unglaublichen Geschichte wollte ich nachvollziehen. Sie ist modern und zeitlos zugleich.”

Jerôme: “Die Beziehung zu der Leihmutter ist eng und langfristig, denn man ist dauerhaft miteinander verbunden. Das ist eine sehr intensive Erfahrung.”

François und Jerôme mit der Leihmutter kurz vor der Geburt des ersehnten Kindes. Ihren Traum mussten sie sich in den USA erfüllen, in ihrem Heimatland Frankreich ist die Leihmutterschaft verboten. Kritiker fürchten einen Babyhandel, denn die Frauen bekommen zum Teil mehrstellige Beträge fürs Austragen der Kinder.

Delphine Lanson, Regisseurin:

“Die Meinungen der Leute gehen da sicherlich weit auseinander. Der finanzielle Aspekt ist vielen ein Dorn im Auge. Für Jerôme und François ist das Geld, das sie der Leihmutter gezahlt haben, jedoch nur ein Mittel, um die Frau dafür zu entschädigen, dass sie monatelang nicht arbeiten konnte. Das Geschenk, das Frauen wie sie machen, lässt sich nicht mit Geld aufwiegen. Sie schenken Leben.

Alexandre Urwicz ist Vize-Vorsitzender einer Vereinigung homosexueller Eltern in Frankreich. Er und sein Lebenspartner haben ihre beiden Kinder ebenfalls einer Leihmutter aus den USA zu verdanken.

Alexandre Urwicz:
“Für mich war der Film sehr bewegend, denn diese Geschichte ist auch meine Geschichte. Und die vieler anderer Mitglieder unserer Vereinigung. Man fühlt sich an die eigene Situation erinnert, an die eigene Familie, die Leihmutter, das Krankenhaus. Obwohl man die beiden Männer gar nicht persönlich kennt. Es ist so großartig, fast wie ein Märchen, aber es real. Manchmal stören sich die Menschen am Glück der anderen, es kann sie beunruhigen. Wir alle haben das erlebt.”

Das französische Parlament hat vor kurzem gleichgeschlechtliche Ehen gesetzlich verankert, die Leihmutterschaft für homosexuelle Paare ist aber weiterhin illegal. Vorerst müssen sie also weiterhin auf Länder wie die USA ausweichen.