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Bangladesch: Unruhen nach Todesurteil gegen Islamistenführer

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Bangladesch: Unruhen nach Todesurteil gegen Islamistenführer

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Wegen seiner Rolle im Unabhängigkeitskrieg von 1971 ist in Bangladesch ein Islamistenführer zum Tode verurteilt worden. In mehreren Städten kam es daraufhin zu Unruhen, etliche Menschen wurden getötet.

Laut dem Urteil war Delawar Hossain Sayedee in dem damaligen Krieg gegen Pakistan an zahlreichen Verbrechen beteiligt. Er ist heute Vizevorsitzender von Jamaat-e-Islami, der größten islamistischen Partei in Bangladesch. Gegen das Urteil will er nun vorgehen.

Das Kriegsverbrechertribunal von Bangladesch hat auch schon den früheren
Jamaat-e-Islami-Chef Abul Kalam Azad in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Er ist untergetaucht.
Vor kurzem erhielt der stellvertretende Generalsekretär der Partei, Abdul Quader Mollah, eine lebenslange Haftstrafe.

Seit Wochen demonstrieren Zehntausende: Sie fordern für die Kriegsverbrecher die Todesstrafe sowie ein Verbot von Jamaat-e-Islami. Ihnen stehen die islamistischen Protestierer gegenüber. Sie kritisieren die Verfahren als Schauprozesse.

Bangladesch gehörte nach der britischen Kolonialherrschaft ab 1947 zu Pakistan. 1971 erkämpfte es sich in einem blutigen Krieg mit indischer Unterstützung die
Unabhängigkeit. Nach Schätzungen von Historikern starben zwischen 300.000 und drei Millionen
Menschen.