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Details zum Konklave

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Alle Augen richten sich auf das Konklave. Wer Papst werden will, muss zwei Drittel der Stimmen erhalten. Es wird so lange gewählt, bis diese Mehrheit steht. Ein Blick hinter die Kulissen gibt uns Valerio Gigante, ein Reporter, der sich auf die katholische Kirche spezialisert hat. Er erklärt, wie sich das Konklave zusammensetzt.

Gigante: “Es gibt verschiedene Gruppen im Konklave, die zum Beispiel mit der Herkunft der Kardinäle zusammenhängen. Dann gibt es noch die Trennung zwischen den Konservativen und den Fortschrittlicheren. Eine große Rolle spielen die geopolitischen, wirtschaftlichen und finanziellen Tendenzen. Diese haben bereits eine entscheidende Rolle beim Rücktritt von Papst Benedikt XVI. gespielt.”

euronews: Hat der Pontifex versucht, die Art und Weise, wie Kardinäle berufen werden, zu ändern oder den Kurs, den die Kirche seit Beginn seines Pontifikats eingeschlagen hat?

Gigante: “Ich denke, dieser Papst hat unterschätzt, was es bedeutet, eine Kirche zu lenken. Er wurde mit vielen internen Kämpfen zwischen den Kardinälen konfrontiert, aber auch mit den verschiedenen Interessengemeinschaften. Er schaffte es nicht, diese zu überwinden. Beim letzten Kirchenrat im vergangenen November hat er sechs neue Kardinäle, die nicht aus Europa kamen, berufen. Er wollte so die Situation besser ausbalancieren und dem Konklave einen internationaleren Charakter geben. Das Problem aber ist, dass die Kardinäle in den vergangenen Jahren aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen, die um die Macht innerhalb der Kirche kämpfen, ausgewählt wurden.”