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Karachi unter Schock

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Schock in Karachi: Nach dem verheerenden Anschlag auf Schiiten ist das öffentliche Leben in der südpakistanischen Metropole zum Stillstand gekommen. Bei der Explosion einer Autobombe wurden gestern mindestens 50 Menschen getötet. Mindestens 100 Menschen wurde laut Polizei verletzt. Der Anschlag ereignete sich in einem Viertel der religiösen Minderheit.

Ein Anwohner: “Worauf wartet die Regierung? Die Armee sollte eingreifen. Diese Situation in ganz Pakistan und Quetta wird erst besser, wenn auf höchster Ebene Konsequenzen ergriffen werden.”

Aber nicht nur Karachi ist betroffen. Sei Beginn des Jahres wurden allein in der südwestpakistanischen Stadt Quetta 200 Schiiten bei Anschlägen getötet. Die Regierung verhängte einen Trauertag. Geschäfte blieben geschlossen, der öffentliche Nahverkehr kam zum Erliegen.

Ein Anwohner berichtet: “Wir wissen nicht, was aus unserem Land werden soll. Die Regierung verhält sich still. Sie steht wie ein Zuschauer herum. Man sieht doch, was mit den Muslimen passiert. Die Menschen können ihre Häuser nicht verlassen, ohne zu wissen, ob sie zurückkehren.”

Schiiten stellen 20 Prozent der mehr als 180 Millionen Pakistaner und werden
immer wieder von sunnitischen Extremisten angegriffen. Auch die Taliban gelten als erbitterte Feinde der Minderheit.