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Deutsches Kino made in Australien

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Deutsches Kino made in Australien

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Frühjahr 1945, irgendwo in Süddeutschland: Lore ist die älteste Tochter einer Nazifamilie. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs muss sich die 15-Jährige mit der Realität auseinandersetzen: Ihre Eltern werden plötzlich als Massenmörder entlarvt. Gemeinsam mit ihrem Bruder beginnt sie eine Geisterwanderung durch ein Land, das vom Schrecken des Krieges gezeichnet ist.

Regisseurin Cate Shortland bietet mit ihrem Drama einen anderen Blick auf den Zweiten Weltkrieg:

“Mir gefällt die Idee, dass dieses Mädchen ihren Vater zuerst als Kriegsheld verehrt und anschließend feststellen muss, dass er in Wahrheit Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat. Sie muss sich komplett neu erfinden. Am Ende des Films hat sie nichts mehr, aber für mich ist das auch ein Hoffnungsschimmer, weil sie einen Ausweg findet und dadurch frei ist, etwas Neues zu schaffen.”

Das packende und verstörende Drama handelt von Schuld, Liebe und Selbstsuche. Obwohl die australische Regisseurin kein Deutsch spricht, hat sie den Film mit deutschen Schauspielern und auf Deutsch gedreht:

“Wir haben uns dafür entschieden, den Film auf Deutsch zu machen, weil sich das ehrlicher angefühlt hat. Der Film ist auf eine seltsame Art und Weise wie ein Dokumentarfilm gedreht. Wir hatten ein tolles Szenenbild und großartige Kostüme. Kameramann Adam Arkapaw hat auf 16 mm gefilmt, mit einer Schulterkamera. So konnte er gut auf die wunderschönen Szenen und die Schauspieler reagieren. Wir haben versucht, den Film lebendig und frisch zu gestalten.”

Hauptdarstellerin Saskia Rosendahl ist für ihre Darstellung der Lore auf der Berlinale als neuer Shooting Star geehrt worden.