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Hugo Chávez: "Sozialismus des 21. Jahrhunderts"

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Hugo Chávez: "Sozialismus des 21. Jahrhunderts"

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Hugo Rafael Chavez, geboren 1954 als Sohn eines Dorfschullehrers. Mit 17 suchte er über das Militär seine Chance. An der Militärakademiegründete er eine Untergrundorganisation, führte sie 1992 zum Militärputsch.Der war nach wenigen Stunden gescheitert. Aber Oberstleutnant Chavez schaffte es,trotzdem zum Hoffnungsträger für viele zu werden, indem er sagte, er gebe auf, um Blutvergießen zu vermeiden und jetzt sei erst einmal Nachdenken nötig.

Viele erwarteten ihn schon, als er zwei Jahre später aus dem Gefängnis kam. Manche Beobachter nennen diese Willkommens-Demo den Beginn seines Wahlkampfes, der 1998 zum Sieg bei den Präsidentschaftswahlen führte.In diesem Wahlkampf präsentierte er sich als “Geißel der Oligarchen und Held der Armen”.
Entschlossen, die Korruption auszurotten.
Die Verfassung, auf die er seinen ersten Amtseid schwur, nannte er “überholt, zum Sterben verurteilt”.

Also musste eine neue Verfassung her.
Chavez, dem es gelungen war, weite Teile der Mittelschichten zu begeistern, bekam nur ein Jahr nach Amtsantritt beim Referendum 92% Zustimmung für seine neue Verfassung.Die darin vorgesehene Neuwahl 2000 gewann er. Auch die in dieser Verfassung festgelegten Wahlen von Parlament und Gouverneuren festigten seine Macht. Wenn ihn jetzt überhaupt noch etwas aufhalten sollte – dann nur ein ungünstiger Ölpreis.

Und genau das geschah. Fallender Ölpreis.
Generalstreik. Militärputsch. Chavez wurde verhaftet, in aller Eile ein “Gegenpräsident” vereidigt. Das löste Massenproteste von Chavez Anhängern aus. Innerhalb eines Tages war der Spuk vorbei. “Ich bin immer noch der Größte “, sang der Präsident. Stichwort Erdöl. Daran hing zu jeder Zeit die Macht des Hugo Chavez. Über den Saft, der die Weltwirtschaft am Laufen hält, wurde er zum einflußreichen “global player”.

Seit 2005 proklamierte er den “Sozialismus des 21. Jahrhunderts.” Mit Sozialprogrammen, Bildung für alle, Gesundheitsstützpunkten in Armenviertel, wofür er tausende kubanische Ärzte ins Land holte.
Alles bezahlt mit den Erdöleinnahmen.Das Erdöl brachte auch neue Freunde, neue Allianzen. So sprach er denn gern von einer “Achse des Guten”, wenn er den iranischen Präsidenten
Ahmadinejad traf. Oder auch den libyschen Machthaber Gaddafi.Zu seinem engsten Verbündeten aber, den er wie eine politische Vaterfigur verehrte, wurde Fidel Castro.
Dessen wirtschaftlich bankrottes System hielt Chavez mit seinen Petro-Dollars am Leben.

Mit Venezuals Wirtschaftsmacht versuchte Chavez, gemeinsame Entwicklungsprojekte der Völker Südamerikas auf die Beine zu stellen.
Eine gemeinsame Bank sollten sie gründen, um so frei zu werden von der – so Chavez “Diktatur des Internationalen Währungsfonds”.Dass ermit seiner “großen Klappe” in der Weltpolitik manchem auf die Nerven ging, nahm der vor Selbstbewußtsein strotzende Chavez gern ín Kauf. Den Mund verbieten leiß sich Chavez auch vom Freund der Armen oder doch mehr Populist?
Wahrscheinlich beides. Dass sein autoritärer Führungsstil ihm im Ausland reichlich Kritik einbrachte, dass Demokratie-Defizite in seinem Land beklagt wurden, das focht Chavez nicht an.

Per Volksabstimmung ließ er 2009 die Mandatsbeschränkung aus der Verfassung streichen.
Grundlage, um lebenslang Präsident bleiben zu können.Zu den Präsidentschaftswahlen im Oktober 2012 hatte Chavez erstmals einen ernsthaften Konkurrenten – undgewanndennoch wieder, wenn auch knapper, als bei den drei Wahlen zuvor.Am 7. Oktober 2012 verkündete er sein Sozialismus-Ziel für die vierte Präsidentschaft.

Am 8. Dezember, einen Monat vor Beginn seiner vierten Amtszeit, gab Chavez bekannt, dass seine Krebserkrankung wieder ausgebrochen ist.Über Einzelheiten wurden die Venezolaner aber nicht informiert. Chavez reiste zum vierten Mal nach Kuba, um sich operieren zu lassen.Jetzt ging es um die Nachfolge. Im Fall seines Todes, so sagte Chavez indirekt, solle es – wie in der Verfassung vorgesehen – Neuwahlen geben. Er empfehle seinen engen Vertrauten Nicolas Maduro als Präsidenten Venezuelas.

Bis zuletzt galt Chavez’ Aufmerksamkeit vor allem der Wahrung der Revolution – vor allem für den Fall, dass er irgendwann einmal nicht mehr als Einiger und Versammler wirken könnte. Deshalb hat er auch schon von seiner Partei und der Armee Treue zu Nicolas Maduro eingefordert.