Eilmeldung

Eilmeldung

Nelken für den Diktator: 60. Todestag von Stalin

Sie lesen gerade:

Nelken für den Diktator: 60. Todestag von Stalin

Schriftgrösse Aa Aa

Zum 60. Todestag von Sowjetherrscher Josef Stalin haben Kommunisten auf dem Roten Platz in Moskau ihres Helden gedacht.

Stalins “eiserne Gangart” habe das Imperium aus der Krise geführt, sagte Kommunistenchef Gennadi Sjuganow, der im Parlament die zweitstärkste Fraktion nach der Kremlpartei “Geeintes Russland” führt.

Historiker betonen dagegen, dass Stalin für Repressionen und den Tod von Millionen von Menschen verantwortlich sei.

Bürgerrechtler Arseni Roginski von der Organisation “Memorial” erinnert daran, dass in den Jahren 1937 und 38 unter Stalin eineinhalb Millionen Menschen verhaftet, und 700.000 von ihnen zum Tode verurteilt wurden.

Stalin war 1879 im heutigen Georgien in der Stadt Gori geboren worden und starb am 5. März 1953. Die russische Gesellschaft ist bis heute tief gespalten im Umgang mit dem Diktator.Menschenrechtler und die liberale Opposition fordern, den Stalinismus offiziell als Verbrechen einzustufen.

In Stalins Geburtsort in Georgien sind viele Menschen noch immer stolz auf ihn, wenn sie sich auch mit den geschichtlichen Fakten nicht näher auseinandergesetzt haben. Der Vorsitzende der örtlichen Stalin-Vereinigung, Alexander Lurshmanashvili, sagt: “Joseph Stalin war ein echter Georgier, er steht für all das Gute, was aus Georgien kommt. Er hat Adolf Hitler besiegt. Er hat die Welt gerettet. Und da sagen manche, er sei so gewesen wie Hitler. Das ist ein Verbrechen.”

Historiker beklagen, dass Stalin in den Schulen heute als “effektiver Manager” und Gründer einer Großmacht vermittelt werde. Der Kreml steht in der Kritik, zu wenig gegen Geschichtsklitterung zu tun. Präsident Wladimir Putin hatte unlängst ein landesweit verbindliches Geschichtsbuch in Auftrag gegeben.