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Nach Chavez' Tod: Wie geht es weiter mit Kuba?

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Nach Chavez' Tod: Wie geht es weiter mit Kuba?

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Der verstorbene venezolanische Präsident Hugo Chavez war Kubas stärkster Verbündeter, sein Tod könnte das Land nun in ernsthafte Bedrängnis bringen.

Der Karibikstaat ist mehr und mehr isoliert. Zudem kämpft er mit einer gewaltigen Wirtschaftskrise. Doch das Land trotzte bislang den Problemen – vor allem wegen der Hilfe aus Venezuela.

Chavez verehrte Kubas Ex-Präsident Fidel Castro. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden in den letzten Jahren immer enger, so eng, dass Kuba abhängig wurde von der Wirtschaftshilfe aus Caracas.

Der Inselstaat erhält jeden Tag 100 000 Barrel subventioniertes Öl aus Venezuela. Tausende Kubaner arbeiten dafür im Gegenzug in Venezuela, vor allem Mediziner. Kuba kassiert dafür noch einmal – jedes Jahr – 4,5 Milliarden Euro.

“Kuba ist außerordentlich abhängig von Venezuela”, so der regimekritische Ökonom Oscar Espinosa. “Venezuela ist an die Stelle der Sowjetunion getreten. Es ist wie eine Nabelschnur, die die kubanische Wirtschaft mit Sauerstoff versorgt. Wenn die durchtrennt wird, dann wird es schlimmer als in den finstersten Jahren, als wir die sowjetische Unterstützung verloren. Denn unsere
Wirtschaft ist heute in einem schlimmeren Zustand als damals.”

Doch selbst wenn Kuba versuchen würde, die engen Beziehungen zu Venezuela weiter zu erhalten – der große Partner steckt selbst in der Krise. Die Kriminalität nimmt zu, die Wirtschaft stagniert und kürzlich wurde die Landeswährung abgewertet. Werden da die Venezolaner Kuba da weiter unterstützen?

“Das ist eine sehr gefährliche Situation”, so der Ökonom Espinosa. “Es gab eine riesige Abwertung, wissen sie. Der Bolivar hat 46,5 Prozent seines Werts verloren. 46,5 Prozent. Das kann für einige Instabilität in der venezolanischen Gesellschaft sorgen.”

Kuba wird sich wohl einen neuen Wirtschaftspartner suchen müssen. Die Schulden des Landes belaufen sich auf mehr als 16 Milliarden Euro. Überraschend ist, wen die Kubaner und die ausländische Analysten als neuen Partner am Horizont sehen: Ausgerechnet die USA.