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Der tägliche Kampf in Aleppo

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Der tägliche Kampf in Aleppo

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Unser freiberuflicher Reporter Pablo Herrera schickte uns diese Reportage aus Aleppo:

Verlassene Häuser… einsame Straßen… die Reste dessen, was einmal das Leben hier war. Das ist Karm Al-Jazmati, ein Bezirk von Aleppo, der zum Leidwesen seiner Bewohner an den Internationalen Flughafen grenzt – genau da, wo sich die heftigsten Kämpfe um die Vorherrschaft in der zweitgrößten Stadt Syriens abspielen.

“Mit Allahs Hilfe werden wir in wenigen Tagen siegen. Mit Allahs Hilfe werden wir diese Lage beenden und Assads Hunde zerstören”, behauptet Rebellenführer Quteiba.

Ihre Offensive konzentriert sich auf diesen Bezirk. Viele Bewohner haben ihr Heim verlassen. Wir begleiten eine Rebellengruppe bei ihrem Vorstoß. Die Männer versuchen, sich vor Heckenschützen zu verbergen, steigen durch Löcher in alten Häusermauern, und hoffen, vor den Blicken der Soldaten geschützt zu bleiben – bis zur vordersten Front.

Diesmal bleibt es ruhig.
“Wir sind hier direkt am Internationalen Flughafen von Aleppo, erklärt der Rebellenführer, etwa 20 Meter davon entfernt, und mit Allahs Hilfe nehmen wir ihn in wenigen Tagen ein.”

Sich ducken zu müssen und zu schauen, von wo aus jemand auf einen schießen könnte, lässt einen zaudern und flößt Respekt ein. Auch wenn es hier heute ruhig ist – die Aufständischen versichern, dass wir sehr genau von der anderen Seite beobachtet werden.

Die Rebellen fürchten, dass die Armee den Flughafen eher zerstören wird, als ihn in ihre Hände fallen zu lassen.

Was die Moral aufrechthält: Man betet so viel wie man kämpft.

Die Aufständischen halten den Flughafen für entscheidend für den Sieg im Kampf um Aleppo. Derjenige, der siegt, wird nicht nur die Stadt erobern, sondern auch einen Vorteil für den nächsten Kampf haben – den um Damaskus.” Pablo Herrera