Eilmeldung

Eilmeldung

Die Regeln des Konklaves

Sie lesen gerade:

Die Regeln des Konklaves

Schriftgrösse Aa Aa

Die Papstwahl ist mit keiner anderen Wahl zu vergleichen. Verschwiegenheit ist oberstes Gebot. Das Wort Konklave bezieht sich auf die Abgeschiedenheit der Wählenden und stammt aus dem Lateinischen “cum clave” – “mit dem Schlüssel”. Es geht auf die Papstwahl im Jahr 1241 zurück, als die Kardinäle in einem Palast eingeschlossen worden waren. Eingeschlossen sind die Wählenden auch heute.

1970 änderte Paul VI die Regeln: Wer wählt, muss in dem Moment, in dem die Papststelle frei wird, jünger als 80 Jahre alt sein. Diesmal sind 115 Kardinäle wahlberechtigt. Zwei von ihnen sind zwar jetzt 80, doch beim Rücktritt von Benedikt XVI. waren sie noch 79.

Das Konklave findet in der Sixtinischen Kapelle statt. Es sollte nur einige Tage dauern, bis ein neuer Papst gewählt ist. Das längste Konklave des letzten Jahrhunderts dauerte fünf Tage. Am fünften Tag stand die Entscheidung fest: Pius XI. wurde neues Kirchenoberhaupt. Das war 1922. 2005 dauerte es dagegen nur zwei Tage, bis die Entscheidung für Benedikt XVI. fiel.

Am ersten Tag des Konklaves wählen die Kardinäle nur einmal. Die folgenden Tage wählen sie zweimal vormittags und zweimal am Nachmittag, bis das neue Oberhaupt mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gewählt ist. Nachdem die Kardinäle ihre Wahl auf ein Papier geschrieben haben, werden die Stimmzettel eingesammelt und ausgezählt.

Anschließend werden sie in einen Ofen gelegt. Der berühmte Rauch steigt auf. Schwarzer Rauch bedeutet, kein Papst, weißer verkündet die frohe Botschaft: Ein neuer Papst steht fest. Die Rauchsignale gibt es zweimal täglich.

Wer die Regeln des Konklaves nicht respektiert, riskiert die Exkommunizierung. Um jegliche äußeren Einflüsse zu vermeiden, sind die Kardinäle von der Außenwelt abgeschottet. Sie halten sich in dem Santa Marta-Gästehaus auf. Sie dürfen weder telefonieren, Zeitung lesen, fernsehen oder Radio hören, noch dürfen sie das Internet benutzen. Sogar die neuen Twitter-Botschaften des Vatikans werden für einen Moment ausgesetzt.

Währenddessen werden draußen Katholiken aus der ganzen Welt auf den großen Moment warten. Alle Augen werden auf den Schornstein der Sixtinischen Kapelle gerichtet sein. Wenn der weiße Rauch aufsteigt und die Glocken läuten, wird der Name des neuen Papstes von dem Balkon des Petersdoms verkündet.