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Port Saïd: Aufbegehren gegen Todesurteile

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Port Saïd: Aufbegehren gegen Todesurteile

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Wut auf die islamistische Regierung und Empörung über verhängte Todesurteile gegen 21 Männer aus Port Saïd treiben die Menschen in der ägyptischen Hafenstadt weiter auf die Straße. Ein Gericht hatte die Urteile im Januar gefällt – wegen der Tötung von 74 Fans des Kairoer Fußballclubs Al-Ahly vor gut einem Jahr. Sie sollen bald vom Mufti durch ein islamrechtliches Gutachten bestätigt werden. Urteile gegen 52 weitere Angeklagte werden für diesen Samstag erwartet.

Demonstranten sind empört:

“Wir sind doch alle Moslems. Wir wurden von einem Panzer beschossen, das hier flog da herum.”

“Mursi will das syrische Szenario auch hier. Er wirkt wie Bashar. Gott soll dich bestrafen, Mursi.”

Seit Anfang der Woche wurden in Port Saïd sechs Menschen getötet. Hier und in Kairo zählten Mitarbeiter des Innenministeriums laut Medienberichten rund 470 Verletzte.

Das Büro von Präsident Mohamed Mursi wies Gerüchte zurück, in Port Saïd würde sich die Polizei zurückziehen und die Armee die Kontrolle über die Stadt übernehmen.

Demonstranten hatten am Dienstag zwei Gebäude der Sicherheitskräfte in Brand gesetzt.

Mohammed Shaikhibrahim, euronews:

“Ein bedeutender Teil der Bevölkerung in Port Saïd begehrt auf gegen die drohende Bestätigung der Todesurteile wegen des Stadion-Massakers in Port Saïd. Was die Menschen schmerzt, ist das Paradox, dass so viele Menschen getötet und verletzt werden, um 21 Verurteilte zu retten.”

Mit Reuters, dpa