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Venezuela: Was kommt nach Chávez' Tod?

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Venezuela: Was kommt nach Chávez' Tod?

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Venezuela steht vor einer ungewissen Zukunft. Was hinterlässt Hugo Chávez? Was kommt auf das südamerikanische Land nach dem Tod des Staatschefs zu? Analyst Diego Moya-Ocampos über das Erbe des venezolanischen Präsidenten.

“Aus meiner Sicht wird Chávez als der Mann im Gedächtnis bleiben, der Venezuela große Hoffnung auf politische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen gemacht hat. Und als jemand, der diese Hoffnungen erfolgreich am Leben hielt. Zugleich wird man sich daran erinnern, dass er verpasst hat, Venezuela auf den Weg des Wohlstandes und des Fortschritts zu bringen. Trotz seines Charismas, seiner Macht und seines Einflusses bleibt er der Mann, der es versäumt hat, Venezuelas Demokratie zu stärken, die Korruption zu bekämpfen und die Sicherheit der Bürger zu erhöhen. Chávez wird eine Person bleiben, die unterschiedliche Reaktionen hervorruft, und auch nach seinem Tod wird sein Schatten die Politik beeinflussen. Maduro ist nun in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht gefordert. Er hat die Abwertung des Geldes angekündigt sowie über einen Versorgungsengpass gesprochen. Das birgt eine brisante Dynamik. Die Kaufkraft der Venezolaner ist eingeschränkt. Aus meiner Sicht stellt sich nun die große Frage: Wollen die Venezolaner eine Fortsetzung des Chavismus mit Nicolás Maduro oder wollen sie Veränderungen mit Henrique Capriles? Letzteres würde einen wirtschaftsfreundlicheren Ansatz und einen Schritt in die Mitte bedeuten.”

Venezuela ist vom Öl abhängig, mehr als 95 Prozent der Exporte des Landes sind mittelbar und unmittelbar an den Rohstoff geknüpft. Nach Chávez’ Tod hält die Ölwirtschaft inne. Moya-Ocampos beschreibt die ökonomischen Auswirkungen.

Moya-Ocampos: “Für die Ölwirtschaft ist dies ebenfalls ein entscheidender Moment. Die großen Entscheider im Öl-Business warten ab und halten ihre Investmentpläne für das ölreiche Orinoco-Gebiet vorerst zurück, um zu sehen, wie die politische Führung in Venezuela aussehen wird. Eine Erhöhung der Ölförderung ist der Schlüssel für Venezuela und für Maduro, um gewählt zu werden und die Politik in Chávez’ Sinne fortzusetzen. Die meisten Sozialprogramme, die Chávez eingeführt hat, sind nicht nachhaltig und werden steigende Ölpreise nicht überleben.”

Chávez stellte die Vereinigten Staaten stets als einen Aggressor dar, als einen Gegner Venezuelas. Zugleich machte er lukrative Geschäfte mit den Amerikanern. Wie wird sich das Verhältnis der beiden Staaten zukünftig gestalten?

“Maduro wird die nationalistische, linksgerichtete und gegen die USA gewandte Rhetorik fortsetzen. Aber was Öllieferungen betrifft, wird Venezuela weiter sehr pragmatisch handeln. Die Vereinigten Staaten bleiben Venezuelas wichtigster Handelspartner”, so Moya-Ocampos.

Nach venezolanischem Recht muss die Wahl des neuen Präsidenten innerhalb von 30 Tagen nach Chávez’ Tod stattfinden. Sein Stellvertreter Maduro übernimmt so lange die Amtsgeschäfte.