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Kandinsky in Brüssel


Kultur

Kandinsky in Brüssel

Er war ein Pionier der abstrakten Kunst und einer der bedeutendsten Expressionisten: Wassily Kandinsky. In Russland geboren, verbrachte er den größten Teil seines Lebens in Europa. Zu seinen deutschen Künstlerfreunden in München zählten Franz Marc und August Macke. Mit Marc gründete Kandinsky die Künstlergemeinschaft “Der Blaue Reiter”. Die Gefühle, die er in seinen Bildern ausdrücke, seien sehr stark, so Evgenia Petrowa vom russischen Staatsmuseum. Dies erkläre Kandinskys Popularität. Im Bozar, im Museum für schöne Künste in Brüssel, werden zur Zeit nicht nur zahlreiche Gemälde des Künstlers gezeigt sondern auch Objekte, die Kandinskys geistige Beziehung zu Russland veranschaulichen. Während des Ersten Weltkriegs kehrte er nach Moskau zurück, doch bereits 1921 ist er erneut in Deutschland, diesmal in Berlin. “Er reiste viel, lebte in verschiedenen Ländern Europas”, erläutert Isabelle Vanhoonacker vom Königlichen Museum für schöne Künste. “Er ist wie ein Scharnier zwischen der europäischen und der russischen Avantgarde. Er ist ein Wegbereiter der abstrakten Kunst. Er hat für seine sowie für die nachfolgenden Generationen eine wichtige Rolle gespielt.” Michail Larionow, Natalja Gontscharowa, Kasimir Malewitsch sind Kandinskys russische Zeitgenossen, er inspirierte Nikolai Rerik, Iwan Biblin. “Um einen Künstler zu verstehen, muss man auch den Kontext kennen, in dem er gelebt und gearbeitet hat. Erhalten sind seine Briefe, Ausstellungskataloge”, so Evgenia Petrowa. “Ausstellungen wie diese, in denen auch seine Zeitgenossen gezeigt werden, machen sein Werk besser verständlich.” 1933 emigrierte Kandinsky aus Deutschland nach Frankreich, wo er 1944 starb. “Es ist die zweite Kandinsky-Ausstellung in Belgien. Die erste, die vor einem Jahrhundert stattfand, war wenig erfolgreich”, fügt unsere Korrespondentin Natalja Richardson-Vikulina hinzu. “Abstrakte Kunst wude damals nicht geschätzt. Doch heute ist das anders, die meisten Besucher werden mit Sicherheit fasziniert sein.”

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