Eilmeldung

Eilmeldung

Die dunkle Seite von Hugo Chavez Regierungszeit

Sie lesen gerade:

Die dunkle Seite von Hugo Chavez Regierungszeit

Schriftgrösse Aa Aa

Es sieht aus wie ein Bunker, ist aber ein Fernsehsender. Die Sendezentrale von Globovision in Venezuelas Haupstadt Caracas wird seit dem Tod von Präsident Hugo Chavez rund um die Uhr bewacht.

Der Sender ist einer der wenigen, die den Präsidenten zu kritisieren wagten, womit er die Wut von dessen Anhängern auf sich zog.
Am Tag von Chavez Tod filmte Globovision von den Redaktionsräumen aus Unterstützer des Präsidenten, die auf Motorrädern den Hauptsitz des Senders umkreisten.

Ein Einschüchterungsversuch, wie ihn die Journalisten häufig erleben, so Elsy Barroeta, die Informationsdirektorin von Globovision: “Wir werden kritisiert und verurteilt mit der Absicht, in der Öffentlichkeit eine Reaktion zu provozieren. Das führt dann zu Angriffen auf uns, auch zu körperlichen Übergriffen. Damit geraten wir dann unter großen Druck, weil wir jeden Tag auf den Straßen unterwegs sind, um unsere Arbeit zu machen.”

Der Globovision-Reporter Dereck Blanco hat erlebt, was es bedeutet, auf verärgerte Chavez-Anhänger zu stoßen. “Eine Gruppe von Menschen umringte uns, sobald sie das G für Globovision auf dem Tshirt unseres Kameramanns sahen”, so Blanco. “Dabei wollten wir sie gar nicht interviewen. Wir waren aus einem ganz anderen Grund da. Dann versuchten sie, unsere Kamera wegzunehmen und begannen, uns zu schlagen. Es waren bestimmt 50 und wir waren zu zweit.”

Die Behandlung der Medien ist eines der dunkelsten Kapitel der Amtszeit von Hugo Chavez, so der Euronews-Reporter Luis Carballo in Caracas: “Innerhalb von kaum zehn Jahren sind kritische Medien praktisch verschwunden. Dutzende von Radio- und Fernsehsendern wurden geschlossen oder von der Regierung aufgekauft. Diesem Trend widersetzt sich heute nur noch Globovision. Aber wie lange noch?”