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Zweigleisig fahren: Film trifft Computerspiel


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Zweigleisig fahren: Film trifft Computerspiel

Vieles hat sich in der Computerspiel-Industrie seit den 80er Jahren geändert: Aus einem kleinen Nischenmarkt ist eine globale Industrie geworden, mit Budgets in Hollywood-Dimensionen und viel Kreativität.

Die Studenten der European Cross Media Academy in Kopenhagen wollen den Trend nutzen. Amalie Naesby will Zeichentrickfilmregisseurin werden und entdeckte erst kürzlich das Potenzial der Spiele-Industrie für sich: “Was sich meiner Ansicht nach geändert hat, ist, dass die Spiele-Industrie eine neue Industrie im Vergleich zur Filmbranche ist, und dadurch kann man dort neue Traditionen einführen. Die ganze Idee der interaktiven Geschichten, die sowohl Film als auch Spiel sein können, ist sehr interessant.”

Das Programm konzentriert sich darauf, die Studenten für beides, Film und Spiele, auszubilden. Den Cross Media-Ansatz hat Gunnar Wille an der Dänischen Filmschule angestoßen. Am Anfang war das nicht leicht, erzählt er: “Als wir dieses Format einführten, bei dem sie mit Computer-Spielen arbeiten mussten, hat die Hälfte der Studenten, Regie-Studenten, gesagt, das wollen wir nicht. Wir wollen nur Filme machen, warum sollen wir da mit Computerspielen arbeiten? Das ist uninteressant, zu gewalttätig, es wird nur geschossen. Aber die meisten haben ihre Meinung geändert und begriffen, dass das ein neues Medium ist, eine neue Art, Geschichten zu erzählen, die interessant ist und ein riesiges Publikum hat.”

Die Spiele-Industrie braucht verschiedene Talente. Zoe Lorimer, 19 Jahre alt, aus Schottland, hat als Designerin angefangen und arbeitet sich nun an der Akademie in Dänemark in die Produktion von Computerspielen ein. “Wenn man einen guten Produzenten im Team hat, wird alles einfacher. Es gibt da wirklich ein großes Problem in der Spiele-Industrie, in der viele Spiele das Budget überschreiten und die zeitlichen Vorgaben. Und das liegt daran, dass es keinen Produzenten gibt, der sich um den Zeitplan und das Budget kümmert. In der Vergangenheit haben das Geschäftsleute gemacht, die keine Ahnung von den Spielen hatten. Ich denke, wir brauchen mehr Produzenten, speziell wenn die Spiele immer komplexer werden.”

Crossmedia-Ansatz bedeutet in der Branche, dass man sich nicht nur den Film ausdenkt, sondern auch das dazugehörige Spiel und später ein Buch oder eine Fernsehserie. Von Anfang an definiert man ein Universum mit mehreren Medien. Das war die Idee hinter dem Spiel und Zeichentrickfilm, die die Studenten an der dänischen Akademie letztes Jahr entwickelten.

Gunnar Wille: “Heute macht jemand einen Film und dann stellt er fest, okay, wir müssen auch ein Spiel dazu haben. Dann fragt er jemanden, ob der das Spiel machen kann. Und normalerweise ist es kein gutes Spiel, weil seine Liebe dem Film gehört. Wir sagen dagegen, dass man sich vorher Gedanken machen sollte, bevor man die Medien auswählt. Denn dann hat man Leute, die dasselbe Interesse und dieselbe Liebe für das Spiel und den Film und was sonst noch immer haben. Deshalb muss man universal anfangen und nicht mit dem Film.”

Im zweiten Jahr unterstützt die EU ein sechsmonatiges Programm an der Akademie in Dänemark, mit Studenten aus aller Welt. Tamas Csetneki, 21, aus Ungarn, ist Trickfilmzeichner und Konzeptkünstler.
Er mag beides, Filme und Spiele, doch sein Herz schlägt für die Spiele: “Ich halte die Spiele-Industrie für den aufgeschlosseneren Teil der Industrie. Sie haben freiere Hand, um mit neuen Ideen und Ideologien zu experimentieren.

Amalie Naesby ist optimistisch: “Da es bisher keine richtigen Spiele-Regisseure gab, denke ich, dass es eine große Chance für uns ist, Einfluss in dieser Branche zu bekommen, indem wir hoffentlich gute Geschichten in den Spielen erzählen.”

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