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"We are Pope?" - zwei starke Papst-Kandidaten aus den USA

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"We are Pope?" - zwei starke Papst-Kandidaten aus den USA

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“We are Pope?” – für manche Vatikanologen ist ein Papst aus Amerika eine realistische Option. Die US-Kleriker stehen für Transparenz. Sie waren die Einzigen, die im Vorfeld des Konklaves regelmäßig Pressekonferenzen abhielten.

Franca Giansoldati, Vatikanistin der römischen Zeitung “Il Messaggero”:

“Es gibt da zwei fantastische Persönlichkeiten, sehr glaubwürdig: Timothy Michael Kardinal Dolan aus New York und Sean Patrick Kardinal O’Malley aus Boston. Sie könnten die Gläubigen nach der Katastrophe wieder zur Kirche hinführen, nach der Pädophilie-Krise, die die Glaubwürdigkeit der Kirche beschädigt hat. Sie haben moderne Ansichten und ich meine, auch gute Chancen.”

So rechnet Kardinal Dolan mit einer schnellen Entscheidung – und schrieb das auch ganz offen seinen Priestern in New York. “Je näher die Entscheidung kommt, desto ruhiger wird man. Und es entsteht ein Gefühl der Ergebenheit und der Übereinstimmung mit Gottes Plan. Es ist großartig.”

Kardinal O’Malley wurde von Papst Johannes Paul II. zum Bischof der Erzdiözese Boston ernannt, nachdem der Amtsinhaber in Folge von Missbrauchsvorfällen hatte zurücktreten müssen. Um die Forderungen von mehr als 75 Millionen Euro aufbringen und die Opfer entschädigen zu können, verkaufte er unter anderem das erzbischöfliche Palais in Boston.

Knapp ein Viertel der Amerikaner ist katholisch. In Umfragen erhofft sich eine deutliche Mehrheit unter einem neuen Papst eine beherzte Modernisierung ihrer Kirche.

Laut einer Umfrage der “New York Times”
wollen 91 Prozent, dass er die Benutzung von Kondomen erlaubt, um Aids einzudämmen. Rund 70 Prozent meinen, er müsse sich auch für weibliche und verheiratete Priester aussprechen. Sogar bei einst eindeutigen Themen wie Abtreibung und Schwulenehe sind die Meinungen inzwischen kontrovers. Nach einer anderen Umfrage (Quinnipac-Universität) glauben drei Viertel der US-Katholiken, dass der Missbrauchs-Skandal schlecht aufgearbeitet wurde, ein Drittel hält sexuelle Übergriffe und Pädophilie für das mit Abstand größte Problem des Vatikans.

Mit Reuters, dpa