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Habemus Papam: Franziskus aus Argentinien

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Habemus Papam: Franziskus aus Argentinien

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Habemus Papam: Franziskus heißt der neue Papst, bisher Jorge Mario Kardinal Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires. Der 76jährige Argentinier und Italiener gilt laut Vatikanologen bei den Konservativen als Mann, der bei seinen Jesuitenkollegen Kurs hielt gegen Liberalisierungstendenzen. Den Moderaten erscheine er als Symbol für die Hinwendung der Kirche zu den Schwellenländern – und der Jesuitenorden stehe für eine Hinwendung zur Welt. Er ist der erste Lateinamerikaner, der Papst wird. Und der erste Jesuit.

Ein paar Lebensdaten: Die Eltern Mario und Regina Bergoglio waren italienische Einwanderer, der Vater Eisenbahnarbeiter. Bergoglio wurde nach der Schulzeit Jesuit. Seit 1969 Priester, leitete er 1973 bis 1979 auch während der Militärdiktatur den Jesuitenorden in Argentinien.

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre promovierte er in Deutschland. 1992 Weihbischof, sechs Jahre später Erzbischof, 2001 wurde er Kardinal – und war nach Medienberichten auch schon bei der Wahl Joseph Ratzingers vor acht Jahren einer der Favoriten im Konklave.

Sein Namenspatron, der heilige Franziskus, kam aus der italienischen Stadt Assisi, ein lebenslustiger Sohn eines reichen Tuchhändlers. Krieg und Gefangenschaft machten aus ihm einen Mann Gottes und der Natur.

Elemente und Tiere nannte er seine Brüder und Schwestern, Gott seinen Vater. Seine bekanntesten Legenden sind der Sonnengesang und die Vogelpredigt.

Der neue Papst wird in seiner Heimat als «Kardinal der Armen» verehrt: Die Dienstresidenz nutzte er nicht, schlief in einer einfachen Wohnung. Zur Arbeit kam er immer mit dem Fahrrad.

Nach 13 Tagen Sedisvakanz bekommt die katholische Kirche damit ein neues Oberhaupt. Papst Benedikt XVI. war zum 28. Februar nach knapp acht Jahren Pontifikat aus Altersgründen zurückgetreten.

Mit dpa, EFE