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Die USA sind auch ein wenig Papst

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Die USA sind auch ein wenig Papst

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Die Seminaristen der Basilika zur Unbefleckten Empfängnis in Washington haben die Papstwahl in Rom mit Spannung verfolgt.
In den USA stellen die Katholiken 25 Prozent. Ihre Zahl ist dank der Einwanderung von Gläubigen aus Südamerika gewachsen. Die katholische Kirche ist mittlerweile die größte Glaubensgemeinschaft.

“Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif für einen Papst aus den USA, aber wir haben viele talentierte Kardinäle, es ist also in der Zukunft durchaus möglich,” so ein Seminarist. Ein anderer ist ein wenig enttäuscht: “Ich bin ein junger Kerl aus New York und jetzt Dominikaner-Bruder, ich hegte also Hoffnungen für Kardinal Dolan. Aber als Katholik, als Teil einer weltweiten Kirche, freue ich mich natürlich, dass wir einen neuen Papst haben.” Doch im Großen und Ganzen sind die Seminaristen zufrieden: “Wir freuen uns sehr darüber, dass Gott uns einen so einfachen und bescheidenen Mann gegeben hat, um den Menschen Gottes zu dienen.”

Die Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre in Los Angeles, Boston und Chicago haben dem Ansehen der katholischen Kirche geschadet. Viele Gläubige in den USA kritisierten das Verhalten der Kirche. Der Skandal der Erzdiözese in L.A. überschattete sogar das Konklave. Experten zufolge verringerte das die Chancen der US-Kardinäle.

Unser Korrespondent Stefan Grobe fasst zusammen: “US-Präsident Barack Obama zufolge ist die Tatsache, dass erstmals ein Papst aus Amerika gewählt wurde, ein Zeichen für die Vitalität und Kraft des ganzen Kontinents. Es ist ein großer Tag für die westliche Hemisphäre und ein großer Tag für die Millionen Lateinamerikaner in den USA.