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Aids: Sofortige Behandlung kann zu faktischer Heilung führen

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Aids: Sofortige Behandlung kann zu faktischer Heilung führen

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Wer nach einer Infektion mit dem Aidserreger sofort behandelt wird, hat in manchen Fällen offenbar gute Chancen auf eine faktische – oder “funktionelle” – Heilung. Das besagt eine Studie französischer Forscher.

Der Erreger, bekannt als HIV, ist dann immer noch im Körper: Selbst wenn aber irgendwann keine Medikamente mehr gegeben werden, breitet er sich nicht weiter aus.

Wenn die Patienten nach der Infektion schnell behandelt würden, sagt die Studienleiterin Christine Rouzioux, könne man den Erreger beherrschen und seine Entwicklung im Körper aufhalten. Das müsse aber sofort nach der Infektion geschehen.

In der Studie begann die Behandlung innerhalb von zehn Wochen nach der Infektion. Die Patienten bekamen einige Jahre lang die üblichen antiretroviralen Medikamente. Dann wurden diese Medikamente abgesetzt – und trotzdem breitete sich der Aidserreger auch in den folgenden Jahren nicht mehr aus.

Ähnliches wurde neulich in den USA bei einem Baby festgestellt, dem
Kind einer aidsinfizierten Mutter, das sofort nach der Geburt behandelt worden war.

Nach anderthalb Jahren gab es eine Pause in der Behandlung, ohne dass der Erreger sich aber ausbreitete. Ob das allerdings auf die Behandlung zurückgeht, ist unbekannt. Einige wenige Menschen sind auch von Natur aus in der Lage, den Erreger in ihrem Körper einzudämmen.