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Ein kleines Dorf, das einen großen Sohn verehrt

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Ein kleines Dorf, das einen großen Sohn verehrt

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Portacomaro Stazione – dieses kleine italienische Dorf kannten bis zur Papstwahl höchstens die Nachbarn. Oder jene, die mit einem der 275 Einwohner verwandt sind.
Das hat sich dank Papst Franziskus über Nacht geändert. Am diesem Sonntag war die Messe in der Dorfkirche etwas ganz Besonderes – schließlich sind diese Gläubigen jetzt alle auch ein bisschen Papst. Von hier kam die Familie Bergoglio, die Vorfahren väterlicherseits des neuen Pontifex, und machte sich auf den langen Weg über den Atlantik. Es leben hier noch einige Cousinen, die verständlicherweise tief gerührt sind.
Rita zum Beispiel, Cousine 3. Grades, spricht von der großen Gnade, die ihr der Herr erwiesen habe. Sie wisse nicht einmal, ob sie solch einer Gnade überhaupt würdig sein.
Und ihre Tochter Alessandra war gerade beim Vorbereiten des Abendessens, als sie den vertrauten Namen hörte. Ganze 5 Minuten habe sie gebraucht, um es fassen zu können und nun bete sie für den besonderen Verwandten. Das ganze Dorf bereitet sich auf eine Pilgerreise nach Rom vor. Sie alle wollen dabei sein, wenn der Papst mit den Wurzeln in ihrem Dorf in sein Amt eingeführt wird. Und sie hoffen natürlich, dass er bald einmal das Dorf seiner Ahnen besuchen kommt. Fabrizio Brignolo, der für das Dorf zuständige Verwaltungschef betont, sie hätten ihn auch schon als Erzbischof von Buenos Aires eingeladen. Aber nun machte sie sich reale Hoffnungen, dass ihr großer Sohn dabei sein werde, wenn sie 2015 die Bruderschaft von Saint Jean Bosco in Castelnuovo Don Bosco ihr 200jähriges Bestehen feiert. Im Moment ist der Ort in einen weißen Mantel gehüllt, wie ihn auch der Papst trägt, sagt der euronews-Reporter. Und besonders die Familie Bergolio ist von Liebe und Stolz erfüllt. Alle warten und hoffen sie nun auf den Besuch ihres großen Sohnes Papst Franziskus. Auch dieses artgentinische Paar, das seit 17 Jahren in Italien lebt, ist in den Heimatort der Familie Bergolio gekommen, um auf diese Art den neuen Papst zu ehren. Sie haben nicht mit dieser Wahl gerechnet und sind nun um so tiefer bewegt, sagt Ehefrau Graciele Caffaraliti.