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Die Schwester des Papstes

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Die Schwester des Papstes

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In dieser bescheidenen Wohngegend rund 40 Kilometer vom Zentrum der argentinischen Hauptstadt entfernt lebt Maria Elena Bergoglio. Die Schwester des Papstes. 65 Jahre ist sie jetzt alt. Von den ursprünglich 4 Geschwistern des Papstes lebt nur noch sie. Seit ihr Bruder vom Erzbischof von Buenos Aires zum Pontifex aufgestiegen ist, wollen Reporter aus aller Welt von ihr wissen, wie er denn so war als großer Bruder, als junger Bursche, bevor er sein Leben dem Glauben weihte. Sie antwortete darauf gegenüber euronews-Korrepondet Olaf Bruhns: “Bei dem großen Altersunterschied zwischen uns – er ist fast 10 Jahre älter – kann ich nicht so viel sagen. Er war immer ein lieber Bruder, ein Beschützer, das ist das Bild, das ich mit aus unserer Kindheit und Jugend bewahrt habe.”
Gab es denn auch Mädchen in seinem Leben? Ein ganz bestimmtes vielleicht?
Die Schwester verweist auf sein Buch ´Die Jesuiten´. In dem beschreibe er seine Erfahrungen und auch, wie er zu seinem Entschluß fand. “Schließlich”, so Schwester Maria Elena, “ war er ein ganz normaler junger Mann, der irgendwann wählen musste zwischen der Liebe zu einer Frau und der Liebe zu Gott. Ja, er war verliebt in ein Mädchen aus seiner Kirchengemeinde und das erwiderte seine Gefühle wohl auch.
Dann an einem 21. September, als sie den Frühlingsbeginn feierten, ging er in die Kirche, um zur heiligen Jungfrau zu beten. Danach sprach er lange mit dem Pfarrer – und nie wieder mit diesem Mädchen, denn er hatte seine Entscheidung getroffen.”
Beim Betrachten der Familienfotos ergibt sich dann natürlich die Frage: Woher kam diese Berufung und wann hat die Familie bemerkt, welchen Weg er gehen will?
Die Scwester sagt: “Ich denke, das hat mit der Erziehung bei uns Zuhause zu tun. Unsere Eltern haben dafür gesorgt, dass wir den Glauben gewissermaßen schon mit der Muttermilch aufsaugten. Sie haben uns den Glauben im Alltag vorgelebt. Die Berufung zu einem Gott geweihten Leben ist natürlich noch mehr. Aber die Grundlagen dafür stammen wohl aus der religiösen Lebensweise in unserem Elternhaus, sie ebnete den Weg zu dieser Berufung.” Wer mit der Schwester spricht, stellt immer auch die Frage nach der Haltung des Bruders zur Militärdiktatur in Argentinien. Sie antwortet mit aller Entschiedenheit: “Ich weiß genau, dass mein Bruder niemals mit der Diktatur gemeinsame Sache gemacht hat,” betont sie. “Im Gegenteil. Leute, die so etwas behaupten, wollen uns verleumden. was immer das behauptet wird, irgendwann wird Gott für Klarheit in dieser Sache sorgen – oder auch nicht.”