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Euro-Retter entdecken Zyperns Kleinsparer

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Euro-Retter entdecken Zyperns Kleinsparer

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Nach Protesten gegen die Zwangsabgabe für zyprische Bankkunden wollen die Euro-Retter ihr Sparpaket anpassen. Einlagen von Kleinanlegern sollen geschont werden.

Beträge unter 100.000 Euro sollten vollständig garantiert sein, empfahl etwa Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem im Anschluss an eine Telefonkonferenz.

Christine Lagarde, geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds:

“Ganz klar, wir unterstützen die Verantwortlichen in Zypern ausdrücklich, wenn sie die Abgabe progressiver gestalten oder die Hinterlegung von Aktien ermöglichen möchten – innerhalb des vereinbarten Finanzrahmens von 5,8 Milliarden Euro.”

Werden kleinere Vermögen entlastet, müsste also bei großen Guthaben umso stärker hingelangt werden.

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici :

“Es ist so ein Gefühl aufgekommen, dass da vielleicht ein Tabu verletzt wurde. Deshalb haben wir uns telefonisch innerhalb der Eurogruppe darauf geeinigt, dass wir bereit sind, eine progressive Abgabenrate zu akzeptieren, wenn Regierung und Parlament dafür sind, Vermögen bis 100.000 Euro zu verschonen.”

Der Chef von Zyperns Zentralbank, Panicos Demetriades, hat indessen Zweifel angemeldet, dass die verlangten 5,8 Milliarden Euro Eigenleistung zusammenkommen, wenn auch nur Kleinsparer mit weniger als 20.000 Euro nicht herangezogen werden.

Zyperns Präsident Nikos Anastasiades befürchtete, dass das zypriotische Parlament am Dienstag abend die umstrittenen Zwangsabgabe auf Bankeinlagen ablehnt.

Zypern hatte im Juni 2012 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit ein Hilfsgesuch an die EU gestellt. Am 16. März 2013 einigten sich die Finanzminister der Euro-Zone und der IWF mit Zypern über die Grundlinien eines Rettungspakets: Zypern soll etwa 10 Milliarden Euro Kredite bekommen.

Bedingung: Auch Zyperns Sparer und Anleger werden per Zwangsabgabe mit 5,8 Milliarden Euro an den Kosten der Rettung der zypriotischen Banken beteiligt. Die Geldhäuser waren durch den Schuldenschnitt in Griechenland im vergangenen Jahr in Schieflage geraten.

Der Hintergrund: Experten schätzen, das russische Unternehmen in Zypern 19 Milliarden Dollar liegen haben, russische Banken zwölf Milliarden Dollar und russische Einzelanleger bis zu 35 Milliarden Dollar – insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro.

Nach einem bisher internen Papier aus dem deutschen Bundesfinanzministerium sollten zypriotische Banken laut Nachrichtenagentur dpa auf EU-Durchschnitt schrumpfen, indem sie ihr Griechenland-Geschäft verkaufen, ihre internationalen Aktivitäten weitgehend reduzieren und sich auf die Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft konzentrieren.

Mit Reuters, AFP, dpa