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Nach dem Krieg der "Marshall-Plan" für Mali

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Nach dem Krieg der "Marshall-Plan" für Mali

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In Malis Norden kämpfen französische und afrikanische Truppen noch mit Islamisten, weiter südlich bereitet die EU ihre Ausbildungsmission für die malische Armee vor – und in Frankreich schaute man an diesem Dienstag bei einer Konferenz in Lyon auf die langfristige Befriedung und den wirtschaftlichen Wiederaufbau durch kommunale Partnerschaften.

“Wir sind dabei, den Krieg zu gewinnen. Aber wir müssen auch den Frieden gewinnen”, schränkt der französische Außenminister Laurent Fabius ein. “Und dafür gibt es eine Reihe von Aktionen für Demokratie und Entwicklung. Natürlich müssen sowohl lokale Einrichtungen, der französische Staat als auch Europa und internationale Einrichtungen mithelfen. Wir müssen jetzt das Land sichern.”

Weit über hundert französische Gemeinden und Regionen haben schon Partnergemeinden in Mali.
Sie helfen zum Beispiel bei Projekten zur Trinkwasseraufbereitung, Gesundheitsfürsorge oder Bildung. Projekten, die ebenfalls unter den Wirren der vergangenen Monate litten – so, wie internationale Finanzhilfen nach dem Staatsstreich im vergangenen Jahr vorübergehend eingefroren wurden. Frankreich dringt nun auf massive Hilfe aller Seiten in den kommenden sechs Monaten, um nicht Aufständischen das Feld zu überlassen.

Auch der malische Außenminister Tieman Coulibaly hat es eilig: “Solange dies nötig ist, werden wir Hilfe und Beistand von Frankreich erbitten. Aber wir wollen schnell wieder unsere eigene Armee operationell machen, um nicht mehr allzu lange ausländische Truppen in unserem Land zu haben.”

“Nun bleibt abzuwarten, ob der Abzugsplan Frankreichs einzuhalten ist”, fragt sich unser Reporter nach der Lyoner Konferenz. “Denn ungeachtet aller Versicherungen, vor allem über die Hilfe beim Übergang zur Demokratie und zur Entwicklungshilfe, könnte der Terminplan von der Wirklichkeit auf dem Feld überrollt werden.”