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„Tu es Petrus“ - Papst Franziskus ins Amt eingeführt

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„Tu es Petrus“ - Papst Franziskus ins Amt eingeführt

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Papst Franziskus ist mit einem Gottesdienst im Vatikan feierlich in sein Amt als Bischof von Rom und Papst eingeführt worden.

Kardinalprotodiakon Jean Turan überreichte Franziskus das Pallium, das schon sein Amtsvorgänger Benedikt XVI. getragen hatte.

Es symbolisiert die Macht des Metropoliten von Rom. Das Pallium ruht auf den Schultern des Papstes und erinnert so an den guten Hirten, der das verlorene Lamm auf seinen Schultern trägt. Das Papstpallium hat rote Kreuze, die an das Kreuz Christi erinnern, während die Pallien der Metropolitan-Erzbischöfe schwarze Kreuze haben.

Der Dekan des Kardinalskollegiums Angelo Kardinal Sodano überreichte den Fischerring. Der Ring ist aus vergoldetem Silber und zeigt den Heiligen Petrus und die Schlüssel des Himmels. Er wurde von dem italienischen Künstler Enrico Marfini geschaffen und befand sich im Besitz des Privatsekretärs von Papst Paul VI.. Papst Franziskus hat ihn aus mehreren ihm vorgelegten Ringen ausgewählt.

Stellvertretend für alle Kardinäle erneuerten sechs Purpurträger das Gehorsamsversprechen, dass sie dem Papst unmittelbar nach der Wahl in der Sixtinischen Kapelle geleistet hatten.

Zum Auftakt des Gottesdienstes verkündeten Posaunen im Petersdom die Worte des Evangeliums

„Tu es Petrus
et super hanc petram ædificabo ecclesiam meam
et portæ inferi non prævalebunt adversus eam.
Et tibi dabo claves regni cælorum.

„Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Und ich werde Dir die Schlüssel des Himmelreichs geben.
(Matthäus 16, 18-19)

Zusammen mit zehn Patriarchen und Metropoliten von Ostkirchen begab sich Papst Franziskus zum Grab des Heiligen Petrus. Über Nacht hatten Pallium und Fischerring auf dem Grab des Heiligen geruht.

Zum ersten Mal seit dem großen Schisma im Jahre 1054 nahm mit Seiner Heiligkeit Patriarch Bartholomäus I. ein Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel an der Amtseinführung eines Papstes teil.

Die Entscheidung zur Teilnahme stehe im Zusammenhang mit den großen Fortschritten in den Beziehungen der Kirchen in der letzten Zeit. Auch die von Franziskus an den Tag gelegte Einfachheit und Demut, sowie seine Betonung, dass er Bischof von Rom sein, hätten diesen Schritt erleichtert, hieß es von Seiten des Ökumenischen Patriarchen.

Vatikansprecher Pater Lombardi hatte gestern erklärt, dass der Papst als Nachfolger des heiligen Petrus Bischof von Rom ist und die Kirche von Rom “in Liebe den anderen vorsteht”, ein sehr stark zurückgenommener Primatsanspruch des Papsttums.

Neben Vertretern der orthodoxen Kirchen, sendeten auch Protestanten, Lutheraner, Baptisten und Methodisten Delegationen zur Investitur von Papst Franziskus. Auc Vertreter des Judentums, des Islam und asiatischer Religionen nahmen an der Amtseinführung teil.

Mehr als 200.00 Menschen waren zur Investitur von Franziskus nach Rom gekommen. Nach einigen Regentagen wurden sie von strahlendem Sonnenschein empfangen. Argentinische Gläubige schwenkten weiß-hellblaue Fahnen sowie die vatikanische Flagge. Mit tosendem Applaus und Jubelrufen begrüßten sie den Papst als er auf dem Weg zum Petersdom im Papamobil über den Petersplatz fuhr. Franziskus ließ zweimal anhalten und ging auf die Umstehenden zu, um mit ihnen kurz zu sprechen und sie zu segnen

Zu den Feierlichkeiten waren mehr als 130 offizielle Delegationen angereist. Argentinien wurde durch Staatspräsidentin Cristina Fernández vertreten. Das Verhältnis von ,Jorge Mario Kardinal Bergoglio als Erzbischof von Buenos Aires zur argentinischen Staatspräsidentin war in der Vergangeheit angespannt. Aus den USA reiste Vizepräsident Joe Biden, aus Deutschland Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Österreich wurde durch Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann vertreten. Für die Schweiz nahm Bundesrat Didier Burkhalter an dem Gottesdienst zur Investitur von Kardinal Bergoglio teil.