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Zypern: Wie schrumpft man eine Bank?

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Zypern: Wie schrumpft man eine Bank?

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Die Banken in Zypern bleiben länger geschlossen als ursprünglich geplant. Erst am Donnerstag sollen sie wieder öffnen. Die Geldhäuser sollen mit 90 Prozent des umstrittenen Zypern-Rettungspakets stabilisiert werden. Viele Banken waren durch den Schuldenschnitt in Griechenland im vergangenen Jahr in eine Schieflage geraten.

Brisant: Bei geschätzt knapp 70 Milliarden Euro Bankeinlagen in Zypern kommen vier von zehn Euro auf zypriotischen Banken (26 Milliarden Euro) von außerhalb des Landes. Fast jeder dritte Euro (21 Milliarden Euro) von Anlegern, Unternehmen und Finanzinstitutionen von außerhalb der EU.

Nach anderen Schätzungen lagern insgesamt zwischen 12 und 50 Milliarden Euro russischen Ursprungs in Zypern. Dazu bis zu 20 Milliarden Euro aus der Ukraine.

Die Bilanzsumme der zyprischen Banken ist sieben Mal so groß wie die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes. In den Staaten der EU beträgt dieses Verhältnis im Durchschnitt lediglich das Dreieinhalbfache.

Langfristig – so zitiert die Nachrichtenagentur dpa Stimmen aus dem Internationalen Währungsfonds und dem deutschen Bundesfinanzministerium – sollten zypriotische Banken auf EU-Durchschnitt schrumpfen.

Zyperns Notenbank warnte: Wenn die Banken wieder öffnen, werde es in den ersten Tagen einen Abfluss von mindestens zehn Prozent der Einlagen geben.

PS: Allein in der Woche vor der Entscheidung der Euro-Retter über die Zwangsabgabe sollen laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansamed hunderte von Bankkunden fast 4,5 Milliarden Euro aus Zypern abgezogen haben.

Mit dpa, Reuters

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