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Erste Erleichterung nach zyprischem "Nein" zur Rettung

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Erste Erleichterung nach zyprischem "Nein" zur Rettung

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Auf den Straßen in der Hauptstadt Nikosia ist es ruhig: Zyperns Regierung hat den Banken im Land zwei außerplanmäßige Feiertage verordnet. Dass hektische Sparer ihre Konten leerräumen, kann schon deshalb nicht passieren.

Erleichtert zeigt sich eine Frau, die aus dem türkisch geprägten Teil der Insel kommt: “Unsere Wirtschaft ist stark”, sagt sie, “ebenso wie die türkische Wirtschaft. Die Türkei hilft uns sehr, wir haben keine Probleme. Die griechische Seite hat mit dem EU-Beitritt einen großen Fehler gemacht: Vorher hatten sie auch eine
starke Wirtschaft, das Pfund war stark – jetzt geht es andersrum, und jeden Tag wird es schlimmer.”

Fürs erste ist aber ein bedrohliches Szenario abgewendet, zumindest aus Sicht des einzelnen Sparers. “Man fühlt sich erleichtert”, meint eine Frau, “weil die Abgabe jetzt vielleicht nicht kommt. Aber natürlich kann auch alles noch schlimmer werden.”

Zypern ist lange ein Paradies gewesen für Firmen, Anleger und Sparer aus Russland. Nun ist aber auch unter Russen der Unmut über die Ereignisse groß.

“Zypern ist unser Land, sechzehn Jahre leben wir schon hier”, sagt eine russische Ladenbesitzerin in Limassol. “Aber dieses Land hat uns betrogen, uns unser Geld gestohlen. Das Geld gehört nicht diesem Land, wir haben es hergebracht und nicht hier verdient.”

Möglicherweise bleiben die Banken auch noch länger geschlossen; ansonsten wird es vermutlich Einschränkungen geben, zum Beispiel bei Überweisungen ins Ausland.