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Nun Russland als Retter? Zypern sucht den Plan B

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Nun Russland als Retter? Zypern sucht den Plan B

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Nach dem Nein des Parlaments zum Rettungsplan der EU sucht Zypern fieberhaft nach einer anderen Lösung. Staatspräsident Nikos Anastasiades beriet sich mit den Vorsitzenden aller Parteien und dem Erzbischof. Selbst die Kirche will dem Staat nun aus der Patsche helfen: Erzbischof Chrysostomos bot an, zur Rettung des Landes alles Geld der Kirche und der Klöster zur Verfügung zu stellen.

Kein einziger Abgeordneter hatte am Dienstagabend für
den Rettungsplan gestimmt, mit dem erstmals Sparer mit kleineren Guthaben zu einer Zwangsabgabe verpflichtet worden wären.

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble reagierte enttäuscht. Man wolle helfen, aber: “Man muss ja den Menschen in Zypern erklären, dass das zyprische Wirtschaftsmodell, nämlich mit niedrigen Steuern und günstigen gesetzlichen Rahmenbedingungen viele Finanzanlagen anzulocken, gescheitert ist. Denn die zyprischen Banken sind insolvent und der Staat hat kaum noch Zugang zu den Finanzmärkten. // Wir können dieses Modell nicht mit Steuergeldern anderer Mitgliedsstaaten der Eurozone finanzieren. Das ist wirtschaftlich nicht tragfähig. Und deswegen muss Zypern zu Bedingungen zurückkehren wie andere Länder auch.”

Nachdem von der EU unter aktuellen Bedingungen kaum Rettung zu erwarten ist, setzt Zypern nun auf Hilfe von Russland. Die Russen könnten laut russische Medien im Gegenzug zu einem Milliardenkredit Förderlizenzen für die erwarteten zyprischen Gasvorkommen erhalten.