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Pariser Wohnung von IWF-Chefin durchsucht

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Pariser Wohnung von IWF-Chefin durchsucht

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In Paris haben Ermittler am Mittwoch die Privatwohnung von IWF-Chefin Christine Lagarde durchsucht. Es geht um ein Schiedsgerichtsurteil aus ihrer Zeit als Wirtschaftsministerin. Lagarde war damals dafür verantwortlich, dass der Geschäftsmann und Unterstützer des damaligen Präsidenten Sarkozy Bernard Tapie 285 Millionen Euro Entschädigung aus der Staatskasse erhielt.

Tapie hatte 1990 den Sportartikelkonzern Adidas für 244 Millionen Euro gekauft. Als er zwei Jahre später in die Regierung des sozialistischen Staatspräsidenten Mitterand eintrat mußte er sich von dem Unternehmen trennen. Tapis verkaufte Adidas an die verstaatlichte Großbank Credit Lyonnais für 315 Millionen Euro. Ein Jahr später reichte Credit Lyonnais zu mehr als dem doppelten Preis Adidas an eine Private Investorengruppe weiter. Diese erlöste beim Börsengang des Sportartikelherstellers im Jahre 1996 1,7 Milliarden Euro.

Tapis fühlte sich übervorteilt und klagte auf Schadensersatz. Lagarde beendete einen langjährigen Rechtsstreit mit einem umstrittenen Schiedsgerichtsverfahren.

Weiterführender Link:

- Le Figaro: Zeitstrahl zur Tapis-Affäre (englisch)